Löwen beißen sich die Zähne aus

Zu früh gefreut: Boris Flamik (vorne) jubelt über den 1:1-Ausgleich, doch die Unparteiischen gaben den Treffer wegen Torraumabseits von Sebastian Aukofer (hinten) nicht. Bild: Ziegler

Der ERSC Amberg versucht im Spitzenspiel der Eishockey-Landesliga gegen den ESC Vilshofen alles, doch der Favorit ist ein Stückchen glücklicher und vor allem cleverer. Die Gastgeber lassen zu viele Chancen ungenutzt, Vilshofen trifft dagegen zweimal von der blauen Linie.

Gleich zu Beginn wirkte der ERSC nervös, bekam die Scheibe nicht aus der Verteidigungszone und so landete bereits nach 87 Sekunden ein Schlagschuss von ESC-Verteidiger Philipp Weinzierl im Gehäuse von Lukas Stolz - der Löwen-Torhüter war chancenlos.

Erst danach kamen die Gastgeber besser in die Partie und schon bald jubelten die ERSC-Fans - allerdings zu früh. Boris Flamik traf mit einer Direktabnahme, doch die Unparteiischen gaben den Treffer wegen Torraumabseits nicht - sicher eine diskussionswürdige Entscheidung. Vilshofen zeigte im weiteren Verlauf die abgeklärtere Spielanlage und genaueres Passspiel. Die Löwen brachten größeren Einsatz entgegen, behinderten sich durch Abspielfehler aber oft selbst. In doppelter Überzahl gelang aber dennoch der Ausgleich durch Sebastian Aukofer, und das Chancenverhältnis wuchs deutlich auf Amberger Seite.

Effektive Gäste

Im Mittelabschnitt hatten wieder die Gäste den besseren Beginn und nutzten einen Scheibenverlust der Löwen durch ihren Kapitän Matthias Zillinger umgehend zum 1:2, wenig später ein Powerplay gar zum 1:3. Das war schon ein Musterbeispiel für Effektivität. Kämpferisch konnte man Amberg absolut nichts vorwerfen, auch wenn weiterhin die Kombinationen nur stockend und teilweise umständlich liefen. Der 2:3-Anschlusstreffer durch Daniel Krieger entsprang dann auch mehr dem energischen Nachsetzen des Stürmers. Sehenswert war aber das Zusammenspiel beim 3:3 durch Christoph Schönberger und man bekam nun wirklich das Gefühl, die Begegnung könnte kippen. Allerdings fiel mitten in den Ausgleichsjubel nur 13 Sekunden später die neuerliche Führung für die Vilshofener Wölfe durch Gomov.

Auch zum dritten Abschnitt kam Vilshofen wacher aus den Kabinen und erzielte bereits nach 130 Sekunden das 3:5, und wiederum durch einen Schlagschuss von der blauen Linie. Gelegenheiten um die Begegnung noch zu drehen, gab es für die Gastgeber dann aber zuhauf. Der ERSC probierte nun viel, weiterhin noch oft zu ungenau, aber mit enormen Einsatz.

Die Gäste standen massiv und stabil in der Defensive, doch durch den Druck der Löwen gab es zunehmend und ausreichend Möglichkeiten für die Heimmannschaft. Wölfe-Torhüter Alex Krenn stand nun oftmals unter Dauerbeschuss, hatte aber neben tollen Paraden auch das nötige Glück.

Frei stehend am Tor vorbei

In den letzten beiden Spielminuten nahm Löwen-Trainer Stefan Ponitz seinen Torhüter zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Amberg hatte nun durchaus nochmals die Chancen auf eine Resultatsverbesserung - oder sogar noch mehr. Aukofer und Farnbauer scheiterten nur knapp, Bartels ebenfalls und zehn Sekunden vor dem Ende schob Krieger frei stehend am Tor vorbei.
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