Ludwig Schmitt lässt St. Konrads Instrument in noch nicht gehörten Klangfarben jubeln
Ganz neue Töne von der Orgel

Ludwig Schmitt präsentierte bei seinem Konzert die Orgel der Ammersrichter Pfarrkirche in einem neuen Klangfarbenspektrum. Bild: u
Die Orgel der Ammersrichter Pfarrkirche St. Konrad, die seit geraumer Zeit Musiker aus der gesamten Region anlockt, scheint über einen fast unerschöpflichen Reichtum an Klangvielfalt zu verfügen. Live genießen konnten das rund 100 Zuhörer, die am Sonntag das Konzert des jungen, aus Pegnitz stammenden Organisten Ludwig Schmitt erlebten.

Er ließ das Instrument eine Stunde lang in einem völlig neuen Hörspektrum ertönen. Schmitt mischte mit den 31 ausgeklügelt zusammengestellten Registern neue Klangfarben zusammen, die in vorausgegangenen Konzerten noch nicht zu hören waren. Der Organist, der 2010 sein Studium zum Diplommusiklehrer mit 1,0 abgeschlossen hatte, begann mit Präludium und Fuge in e-Moll, BWV 548 von Johann Sebastian Bach. In dem Werk mit seinen schnellen virtuosen Läufen über die gesamte Tastatur stellte Schmitt gleich zum Einstieg seine Virtuosität und Disziplin unter Beweis.

Nach diesen festlichen Klängen bekamen die Zuhörer die für die Fastenzeit passenden Stücke "O Mensch, bewein dein Sünde groß" und "O Haupt voll Blut und Wunden" aus Bachs "Orgelbüchlein" zu hören. Schmitt präsentierte aber auch ruhigere, einfühlsame Register der Barockzeit, darunter die zarte "Viola di gamba". Höhepunkt war der Orgelzyklus "Collage" des zeitgenössischen englischen Komponisten Robert Jones. Er schuf die vier Sätze "Intrada", "Arioso", "Romance" und "Sarabande" in einer romantischen Tradition. Zum grandiosen Abschluss geriet der erste Satz der Sonate in g-Moll von Joseph Renner, der ab 1894 Domorganist in Regensburg war. Renner hatte sein Werk Alexandre Guilmant gewidmet, einem französischen Orgelvirtuosen seiner Zeit aus Paris.

Langanhaltender Applaus war der Lohn für eine anspruchsvolle Konzertstunde. Endgültig beendet war sie erst, als Ludwig Schmitt die Zugabewünsche seines Publikums erfüllt hatte. Mit seinen improvisierten romantischen Klängen von "Guten Abend, gute Nacht" spielte er sich endgültig in die Herzen der Zuhörer.
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