Macht endlich die Fliege!
Glosse

Ja, ich gebe es offen zu: Ich neige in diesen Spätsommertagen zur hemmungslosen Gewalt. Eigentlich kann ich keiner Fliege etwas zuleide tun. Jetzt ist das anders. Nun stört mich die Fliege an der Wand - weil sie dort nicht bleibt. Weil das Drecksvieh nicht alleine ist. Weil es die ganze Verwandtschaft mit angeschleppt hat. Kaum ist das Fenster oder die Balkontür einen Spalt offen, bricht der Fliegen-Tsunami auch schon über uns herein. Warum bloß? Weil wir nicht mitten in der Stadt wohnen und Bauernhöfe in der Nähe sind. Eine Erklärung, die die Fliegen-Attacken auf jeden freien Flecken der Haut aber nicht erträglicher macht. Zumal sich die Luftlandeoperationen der Kampfflieger nicht selten im Gesicht abspielen.

"Innerhalb der Fliegen gibt es zahlreiche Familien", weiß das Internet-Nachschlagewerk Wikipedia. Stimmt, und alle scheinen sich bei uns zu treffen. Habe ich einen dieser Eindringlinge mit dem Fliegenpatscher brutal gekillt, kommen schon die nächsten Zweiflügler und formieren sich zum Trauerzug durch die Wohnung.

Da freut man sich, dass die Wespengeschwader ihre Angriffsbemühungen eingestellt haben - und dann werden sie von diesen Ninjas abgelöst. Unter solchen Umständen tröstet es kaum, dass die Lebensdauer einer ausgewachsenen Fliege oft nur wenige Wochen oder Tage beträgt. Denn die schwarzen Nerver haben offensichtlich den Entschluss gefasst, ihr kurzes Leben ausschließlich mit uns zu verbringen. Und Wikipedia macht wenig Hoffnung: "Den Winter können die Tiere in allen Lebensstadien an und in geschützten Lebensräumen überstehen. Zahlreiche Arten sind sogar als erwachsene Tiere nur im Winter aktiv." Na toll!

juergen.kandziora@zeitung.org

Im Blickpunkt

Brigade nach wie vor in Bereitschaft

Amberg. (san) Soldaten stehen im Freistaat auf Abruf bereit, um Flüchtlinge zu unterstützen. Waren es gestern noch 300, so hat sich die Anzahl laut einer Pressemitteilung des Landeskommandos Bayern verdoppelt. "Die Soldaten gehören der Panzerbrigade 12 in Amberg und der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall an." Nach Angaben der Bundeswehr können sie den Kommunen im Umgang mit der weiterhin großen Zahl Asylsuchender helfen. "Die Unterstützung geschieht in der Regel im Rahmen der sogenannten Amtshilfe. Zivile Behörden müssen die Unterstützung anfordern", teilt das Landeskommando mit, das in Bayern die Hilfe koordiniert.
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