"Mal in Führung gehen"

Der Frontmann der "Amberger Jungs" feuert an: Auf ihn und seine Fantruppe kann sich der FC Amberg nicht nur bei Heimspielen verlassen. Bild: Ziegler

Der FC Amberg und die Reserve des TSV 1860 München: Beide warten seit geraumer Zeit auf ein Erfolgserlebnis. Zumindest der Trainer der Sechziger - im Übrigen ein guter Freund des Amberger Trainers - weiß, wie es klappen könnte.

Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Fußball-Regionalligisten FC Amberg und TSV 1860 München II, die am Samstag, 26. September, um 14 Uhr im Stadion am Schanzl aufeinandertreffen, viele: Beide rangieren derzeit im Mittelfeld, beide zeigten starke Auftritte - trugen aber nichts Zählbares davon. Beide bevorzugen den offensiven Stil, und die beiden Trainer Timo Rost und Daniel Bierofka beendeten im Sommer 2014 ihre aktive Karriere.

Lob und Lob

Und nicht nur das: Die Coaches verbindet eine fast schon freundschaftliche Beziehung. Sie kennen sich seit frühester Jugend. Rost und Bierofka spielten jahrelang gemeinsam in der Bayernauswahl und durchliefen miteinander verschiedene deutsche U-Nationalmannschaften. Zudem trafen sie als Profis mit ihren Vereinen des öfteren aufeinander. "Daniel leistet als Trainer der U21 des TSV 1860 München sehr gute Arbeit", lobt Rost seinen alten Wegbegleiter. Der wiederum genauso respektvoll vom Amberger Coach spricht: "Er hat mit der Mannschaft einen tollen Weg bestritten. Hochachtung davor!"

"Highlights"

"Die Spiele gegen den SSV Jahn Regensburg, gegen den 1. FC Nürnberg, gegen den FC Bayern München und gegen den TSV 1860 München sind für absolute Highlights", sagt Rost. "Wir treffen dabei mit den Löwen auf eine sehr gute Mannschaft, die bestens ausgebildete Talente in ihren Reihen hat. Und nachdem Daniel und ich den offensiven Stil bevorzugen, wird das ein klasse Spiel, auf das wir uns ungemein freuen." Sein Kollege Bierofka weiß um die Schwere der Aufgabe: "Amberg ist sehr heimstark. Wir müssten mal in Führung gehen. Das würde uns als Mannschaft gut tun", erklärt der 36-Jährige. Trotz der zuletzt ernüchternden Bilanz ist er nach wie vor von der Qualität der Mannschaft überzeugt, keineswegs frustriert. "Ich habe in meiner Karriere viel erlebt. Die Jungs machen vieles richtig. Wir müssen ihnen den Rücken stärken", erklärt Bierofka. Außerdem habe in den letzten Spielen oftmals das Quäntchen Glück gefehlt oder der gegnerische Torhüter überragend gehalten.

"Neuer Lernprozess"

Eine Situation, die auch Rost zu genüge kennt. Seine Elf war in den Partien gegen Unterhaching, Illertissen und zuletzt in Bayreuth über weite Strecken überlegen, hatte ebenfalls beste Einschussmöglichkeiten, ging aber dreimal leer aus. Eine neue Situation, die der FCA-Coach in die Kategorie "neuer Lernprozess" ablegt. "Seitdem ich in Amberg trainiere, haben wir noch nie drei Matches hintereinander knapp verloren. Aber das ist kein Beinbruch für meine Jungs und mich. Denn wir stagnieren in unserer Entwicklung ja nicht. Wir kreieren uns genügend Möglichkeiten, die wir nur nutzen müssen", weiß Rost, der das Verhalten des Vereins, der Verantwortlichen und der Fans trotz der Negativserie lobt. "Das ist Neuland für uns. Aber wir können in Ruhe weiterarbeiten. Das sind Erfahrungen, die uns am Schluss helfen werden, die Liga zu erhalten", ist sich der 37-Jährige sicher.

Gegen den TSV 1860 München müssen die Amberger immer noch auf den verletzten Andreas Graml (Bruch des Wadenbeinköpfchens) sowie auf den nach seiner Gelb-Roten Karte in Bayreuth gesperrten Junior Torunarigha verzichten. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Stürmer Benjamin Werner, der im Training in dieser Woche einen Schlag auf seinen Knöchel bekommen hat.

Und da sind die Gemeinsamkeiten wieder: Denn auch Bierofka kann nicht seine Bestbesetzung ins Rennen schicken. Ihm fehlt Lucas Genkinger. Der Verteidiger hat sich gegen Augsburg den Mittelfuß angebrochen, muss etwa vier mit dem Training aussetzen. Ansonsten hat der Trainer alle Mann an Bord, auch die zuletzt grippekranken Andreas Scheidl und Angelo Mayer sowie Felix Weber, der wegen muskulärer Probleme fehlte. "Es kann aber kurzfristig noch zu Abstellungen an die Profis kommen", sagt Bierofka.
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