Manuel Bauer findet Absprung aus rechtem Terrormilieu
Gewalt war voll okay

Einst ging von seinen Händen Gewalt aus - heute nutzt Manuel Bauer, ein Aussteiger aus der rechten Szene, seine Finger dazu, Schülern die Faktoren aufzuzählen, die radikales Denken entstehen lassen. Er hat aber auch Rezepte parat, wie man sich diesen Einstellungen wirkungsvoll entziehen kann. Bild: hfz
Es gibt verschiedene Methoden, Schüler mit den Herausforderungen der Realität zu konfrontieren. Wenn es um das Thema politisch motivierter Radikalismus geht, dann wird aus naheliegenden Gründen im Geschichts- und im Sozialkundeunterricht normalerweise die Perspektive in Richtung der Opfer eröffnet.

In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung ging die Städtische Wirtschaftsschule jetzt einen anderen Weg - und lud mit Manuel Bauer einen Aussteiger aus dem rechtsradikalen Terrormilieu ein, der auf drastische Weise darstellte, wie er als Jugendlicher im sächsischen Torgau in den frühen 90er-Jahren seinen Weg in die gewaltbereite Szene fand - und wie er als Endzwanziger wieder ausstieg.

Die drei Vortragsrunden für die Vorabschluss- wie auch die Abschlussschüler waren intensive Begegnungen mit einer Welt jenseits der Legalität. Gleichzeitig aber verstand es der Referent, sein Publikum für ein Themenfeld zu interessieren, dessen Wahrnehmung deshalb so wichtig ist, weil gerade der Uninformierte Gefahr läuft, denjenigen hinterherzulaufen, die mit einfachen Parolen Anhänger rekrutieren.

Manuel Bauer betreibt heute eine eigene Consulting-Firma. Sein Anliegen ist es, Schülern handfeste und für die Praxis geeignete Tipps zu geben, wie man Neonazi-Propaganda entgegenwirken kann. Beispielsweise dadurch, Parolen umzuformulieren und so Hassworte in positive Botschaften umzuwerten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.