Maschinerie des Massenanfalls

Sie inspizierten das Klinikum (von links): Hauptmann Jörg Jendricke, Oberfeldarzt Dr. Stephan Bouschery, Dr. Marc Bigalke, Oberstleutnant Stephan Koller, Hauptfeldwebel Norbert Meidinger, Stabsfeldwebel Wilhelm Würfl und Feldwebel Axel Langner. Bild: hfz

MANV? Was soll das sein? Nur den Insidern bei Hilfsorganisationen und Rettungsdiensten ist der Begriff auch wirklich geläufig. Bewegt man sich aufmerksam durch das Amberger Klinikum, so findet man Container, gefüllt mit Verbandsmaterial und Schmerzmitteln, die die Beschilderung tragen.

Mit MANV sind auch Dienstanweisungen und Ordner überschrieben oder gekennzeichnet. MANV steht für einen "Massenanfall von Verletzten" und ist, laut Pressemitteilung des Klinikums, eine richtig große Herausforderung - gerade bei großen Ereignissen oder beispielsweise Verkehrsunfällen mit Omnibussen, Zugunfällen und auch Naturkatastrophen, Pandemien oder Epidemien. "Das Klinikum ist darauf vorbereitet und die Pflegekräfte sind eingeübt", sagt Dr. Marc Bigalke. Als Leitender Notarzt und passionierter Feuerwehrler ist er für den Brandschutz und Katastrophenfall zuständig. Sein Kollege im Klinikum, Dr. Stephan Bouschery, ist ehrenamtlich der Beauftragte Sanitätsstabsoffizier der Bundeswehr für die zivilmilitärische Zusammenarbeit und gehört dem Amberger Verbindungskommando rund um Oberstleutnant Stephan Koller an. Koller und seine Verbindungsoffiziere und Feldwebel informierten sich vor Ort über Kapazitäten, Qualitäten und Grenzen des Leistbaren vor Ort. "Immer dann, wenn die erreicht werden, kann die Bundeswehr mit ihren Kräften schnell zur Seite stehen und unterstützen", beteuerte Koller. "Ob es jedes Mal gleich ein ganzes mobiles Lazarett sein muss oder ob Rettungshubschrauber zur Verlegung von Patienten oder zum Retten von Verletzten benötigt werden, Krankenkraftwagen und Sanitäter unterstützen können, das ist von der jeweiligen Lage abhängig", fügte er hinzu.

Bouschery und Bigalke konnten deutlich machen, dass es Alarmpläne für das Personal gibt, dass die Erreichbarkeiten zusätzlich auch über SMS-Alarmierung erfolgt, dass das Klinikum wirklich gut vorbereitet und eingespielt ist auf dem Gebiet des MANV. Beide Ärzte waren in ihrer Freizeit am Sonntag gekommen, um die Soldaten bei einem Rundgang auch in die gerade entstehenden Neubauten zu führen. "Eine deutliche Verbesserung und Beschleunigung der Rettung und Versorgung von Patienten bringt der Hubschrauberlandeplatz auf einer Plattform im Zentrum des Klinikums", so Bigalke.

"Der Hubschrauber muss nicht mehr in 300 Meter Entfernung hinterm Güterbahnhof landen und der Patient erst in den Rettungswagen umgeladen werden, um zur Notaufnahme gefahren zu werden, sondern er wird gleich vom Helikopter ausgeladen und mit dem Lift den Turm hinunter in die Notaufnahme oder zu den OP-Sälen gebracht", fügte Stephan Bouschery hinzu.
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