Masterarbeit über NS-Zeit

Laura Hanel (Mitte) studiert an der Universität Würzburg Geschichte und Politische Wissenschaften. Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger (links) und Oberbürgermeister Michael Cerny präsentierte sie jetzt ihre Masterarbeit über die NS-Zeit in der Stadt Amberg. Bild: Hartl

Drei Tage habe das Feuer gebrannt, als die Amberger Nazis gegen Ende des Krieges Akten vernichteten, heißt es. Deswegen ist die Quellenlage zur NS-Zeit in der Stadt so dünn. Das soll nun anders werden.

Laura Hanel, eine 25-jährige Historikerin aus Würzburg ist gerade dabei, die Geschichte der Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus zu erforschen. Den ersten Teil ihrer Arbeit hat sie mittlerweile bei Professor Helmut Flachenecker an der Universität Würzburg als Masterarbeit vorgelegt. Mit Erfolg: Flachenecker beurteilte das Werk mit der Note "sehr gut".

Lob und Anerkennung gab es dafür auch von Oberbürgermeister Michael Cerny und Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger. "Wir können damit eine große Lücke füllen", erklärte Laschinger am Dienstag bei der Präsentation im Rathaus. Die Forschungsarbeit zeichnet die Entwicklung der NSDAP in Amberg von der Gründung des Ortsverbandes 1922 bis zum Jahr 1933 nach. Schwerpunkte sind dabei unter anderem der Aufstieg Josef Filbigs zur Galionsfigur der Nazis in der Region und die Gleichschaltung der Amberger Stadtverwaltung unter SA-Sonderkommissar Dr. Karl Zeller.

Das Institut für Geschichte der Uni Würzburg hatte von der Stadt den Auftrag zu der Untersuchung erhalten. Der Stadtrat stellte dafür in den vergangenen beiden Jahren jeweils 17 000 Euro zur Verfügung. Nun soll das Projekt verlängert werden. Der Hauptausschuss hat bereits empfohlen, für 2016 und 2017 noch einmal jeweils 20 000 Euro einzuplanen. Hanel weitet das Projekt dann auf die Zeit nach 1933 aus und behandelt dann auch einige Spezialthemen, wie etwa das Spannungsfeld zwischen NSDAP und Kirchen.
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