Mehr als 1300 Schüler bei Ausbildungsmesse im ACC - Lehrlinge geben Tipps
Job-Mix kommt wieder gut an

Zum Konzept der Ausbildungsmesse gehört, dass sich die Personalchefs eher im Hintergrund halten und stattdessen aktuelle Azubis den Kontakt zu den Schülern aufnehmen. "Mit jemandem auf Augenhöhe spricht es sich leichter", sagt Magdalena Gissibl (links), die wie Julia Müller (rechts) bei Conrad Electronic lernt.
Amberg. (tk) Wie sehr sich die Zeiten doch ändern. Noch vor zwölf Jahren gab es im Raum Amberg-Sulzbach für 1441 Bewerber nur 764 Lehrstellen. Mittlerweile müssen die jungen Leute nicht mehr Klingelputzen und Bewerbungen für den Papierkorb schreiben. Im Jahr 2015 sind es die Firmen, die in die Offensive müssen.

Schwer tut sich zum Beispiel das Hotel- und Gaststättengewerbe. Daraus machte stellvertretender Kreisvorsitzender Hans-Reiner Heldrich aus Edelsfeld bei der 17. Ausbildungsmesse der Wirtschaftsjunioren im ACC gar kein großes Geheimnis. "Wir haben Schwierigkeiten, junge Leute zu bekommen."

Der Chef des Gasthauses Goldener Greif führt das darauf zurück, dass Berufe wie Koch und Service- oder Hotel-Fachkraft nicht gut genug beworben worden seien. Dafür gibt es die Ausbildungsmesse. Heldrich war vor Ort und gab den Schülern, die es wollten auch gerne persönlich Tipps: "Ideal ist, wenn man Spaß an der Sache hat." Und: Wer die Mittlere Reife oder gar ein Abitur hat, tut sich natürlich leichter, in der Gastronomie einen gut bezahlten Job zu finden.

Ab der 8. Klasse

Ans Geld denkt Celine Günther (Vilseck) noch nicht. Die 16-Jährige besucht die Decker-Realschule in Amberg und gehörte zu den über 1300 Jugendlichen aus der 8. Klasse, die sich im Kongresszentrum Informationen aus erster Hand holten. Zum Beispiel bei einem Bauzeichner: "Das wäre schon eine Option." Die Ausbildungsmesse findet Celine gut, weil es unmöglich ist, sich bei 330 anerkannten Ausbildungsberufen, von denen 120 in der Region ausgeübt werden können, alleine einen Überblick zu verschaffen: "So viele Praktika kann man gar nicht machen."

Dass es ohne Probearbeit nie und nimmer geht, würde Julia Müller sofort unterschreiben: "Das sollte auf jeden Fall sein." Die 23-Jährige aus Neustadt an der Waldnaab geht bei Conrad Electronic in Hirschau in die Lehre und nimmt der künftigen Azubi-Generation die Angst: "Das läuft hier alles in geregelten Bahnen." So gibt es zum Beispiel speziell für die Lehrlinge eigene Kennenlerntage. Magdalena Gissibl stammt aus Vohenstrauß und lernt ebenfalls bei Conrad, jedoch als duale Studentin. Das heißt: drei Monate in der Filiale Wernberg wechseln sich mit drei Monaten an der Universität Heidenheim ab. Der Vorteil für die 19-Jährige: Sie ist in ihrer Ausbildung breiter aufgestellt und verdient quasi nebenbei das Geld fürs Studium: "Ich kann mir in Heidenheim meine eigene Wohnung leisten. Man liegt den Eltern nicht so auf der Tasche."

Mehr Stellen als Bewerber

Aktuell sind für den Ausbildungsstart im Herbst noch 391 Stellen frei. Die Summe der unversorgten Bewerber bezifferte die IHK vor der Messe auf etwa 250.
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