Mehr als nur Kosmetik

Das einstige Verlagsgebäude der Amberger Volkszeitung in der Regierungsstraße 1 wurde innen und außen renoviert. In Zukunft sollen Strahler die Details und die Fassadenfiguren des Hauses auch bei Nacht in Szene setzen. Bilder: Huber (3)

Beim Einkaufsbummel durch die Georgenstraße fällt es sofort auf: Die Fassaden einiger Gebäude sind vom alten Putz befreit und präsentieren sich mit neuem Anstrich.

"Unser Herzstück", so nennt Hausmeisterin Margarete Martin das Gebäude in der Regierungsstraße 1 (Modeboutique Gerry Weber). Das im Jahr 1889 errichtete Haus hat in den vergangenen Wochen und Monaten eine Generalsanierung erfahren. "Bei so einem schönen und alten Gebäude wollten wir keine halben Sachen machen. Das ist der Grund für den hohen Aufwand, der bei der Sanierung betrieben wurde", erklärt Eigentümer Otto Fischer.

Wie in der Lichtnacht

Bei der Fassadenrenovierung waren vor allem die Details wichtig. An die Tatsache, dass das Haus einst für das Druckgewerbe erbaut wurde, erinnert heute noch ein in Sandstein geschlagenes Porträt. Im Erker auf der Seite zur Regierungsstraße lässt sich das Bildnis eines Buchdruckers mit finden. Eine Spezialfirma restaurierte das Relief und besserte die abgebrochenen Stellen aus. Vor allem aber die Fassadenfiguren auf der Seite zur Georgenstraße stellen den "ganzen Stolz" Fischers dar. Dort sieht man die detailliert ausgearbeiteten Abbilder der heiligen Familie, die in Zukunft mit einer Glasplatte vor Witterung und Tauben geschützt werden sollen.

Inspiriert von der Lichtnacht möchte der Hausbesitzer zudem Scheinwerfer anbringen, um die Fassade auch bei Dunkelheit präsentieren zu können. Der ursprünglich aus Paderborn stammende Hans Böes erbaute das Gebäude vor 126 Jahren als neues Verlagshaus für die einstige Amberger Volkszeitung. Die Amberger Zeitung hatte dort bis ins Jahr 1966 ihren Sitz. Heute befinden sich neben der Modeboutique auch eine Anwaltskanzlei und mehrere Wohnungen in dem Altbau.

Auch an der Vorderseite der C&A-Filiale (Georgenstraße 5) stand bis vor wenigen Tagen ein Gerüst. Die Baufirma hat die Sanierung mittlerweile abgeschlossen. Laut Geschäftsführerin Gülcan Karayigit sollte der Filiale ein modernes Gesicht verpasst werden. "Dezent bleiben", habe dabei die Devise gelautet. Die Eingangstür wurde versetzt, die Schaufenster sind vergrößert worden und reichen nun bis zum Boden.

Fassadenarbeiten auch wenige Meter weiter: Das im Jahre 1737 errichtete Gebäude in der Georgenstraße 20 (Apollo Optik und Sutor-Schuhgeschäft) präsentiert sich frisch herausgeputzt. Der Altbau sei nach genauen Auflagen außen und innen renoviert worden, betont Architekt Franz Heubl. Um den Anstrich habe sich sogar ein Kirchenmaler gekümmert, "um den hohen Ansprüchen des Umbaus gerecht zu werden".
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