Mehr Licht für seltene Pflanzen

Kahlschlag am Segelflugplatz? "Mitnichten!", klärte Stadtförster Martins Seits Naturfreunde bei einem Ortstermin auf. Vom geplanten Waldumbau sollen Luftsportgruppe, Flora und Fauna gleichermaßen profitieren.

Draußen auf dem Segelflugplatz kam es zum Gipfeltreffen zwischen Mitgliedern von Bund Naturschutz (BN), Bürgerinitiative (BI) Naherholungsgebiet Fuchsstein-Atzlricht, Stadtförster Martin Seits und dem Vertreter der Luftsportgruppe, Alexander Krone. BN-Vorsitzender Bumes erläuterte den Zweck der Zusammenkunft: Es gehe darum, weitere Sicherheitsmaßnahmen für den Segelsportbetrieb zu erklären, insbesondere den Umbau eines Teils des Waldes, der den Vorgaben des Bundesluftfahrtamtes nicht mehr genüge.

Eingangs stellte Revierleiter Seits das Projekt vor, das noch von seinem Vorgänger Roland Strehl in die Wege geleitet worden war. "Dies ist eine gemeinschaftliche Aufgabe der Stadt Amberg und der Luftsportgruppe", beschrieb Seits die verantwortlichen Stellen für dieses Projekt. Der Stadtförster erläuterte den Begriff der Nachhaltigkeit, der das Grundprinzip auch beim bevorstehenden Waldumbau sei. "Nachhaltigkeit ist keineswegs neu sondern schon über 300 Jahre alt", sagte Seits. Bei der Waldbewirtschaftung bedeute sie nichts anderes, als nur den Zuwachs an Holz zu ernten. "So verfahren die Forstämter auch heute noch."

Bevor es ins Gelände ging, erklärte Alexander Krone noch die Arbeiten, die die Luftsportgruppe wegen der strengen Sicherheitsregeln durchführen müsse. Es habe viel Unmut in der Bevölkerung wegen der gefällten Bäume gegeben. "Aber jede Maßnahme dieser Art war mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Forstamt abgestimmt." Auf der dem Segelflug-Hangar gegenüberliegenden Seite befindet sich der Wald, dessen Baumbestand inzwischen so hoch ist, dass er den Flugbetrieb gefährden könnte. Deshalb soll er im Laufe der Zeit in einen Niederwald umgebaut werden. Hierbei handelt es sich um eine alte Waldbewirtschaftung, die man gerne anwendete, wenn ein nährstoffreicher Boden bereits nach 20 bis 30 Jahren eine gute Ernte als Brennholz versprach. Dann setzte die Waldbauern die Bäume auf den Stock und warteten ab, bis sie wieder austrieben. Dieses Prinzip soll auch hier auf einer beschränkten Fläche umgesetzt werden.

Behutsame Zupflanzung

Dabei ergeben sich sowohl für die Segelflieger als auch für die Natur Vorteile. Die Segelflieger können mit dem Fällen der zu hohen Bäume ihre gesetzlichen Vorgaben erfüllen, während die Natur die Chance hat, auf den gerodeten Flächen lichtliebende Pflanzenarten und in deren Gefolge auch Tierarten anzusiedeln, die im bestehenden Wald keine Chance haben. Seits demonstrierte diese Entwicklung an einer Windbruchfläche, auf der statt des Fichtenbestandes von selbst Laubgehölze wie Ahorn, Eberesche oder Birke austrieben.

"Diese Entwicklung wollen wir mit einer behutsamen Zupflanzung von Bäumen zweiter Ordnung noch unterstützen"., erklärte Seits. Zu Bäumen zweiter Ordnung gehören unter anderem Elsbeere und Kornelkirsche. Die beteiligten Gesprächspartner vereinbarten, sich regelmäßig über den Fortgang des Projekts auszutauschen.
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