Mehr Schüler "nicht vertretbar"

700 Schüler hat die Walter-Höllerer-Realschule derzeit und kann damit 100 weitere ohne Kapazitätsprobleme aufnehmen. Wahrscheinlich hat sie durch den Aufnahmestopp in Amberg ab September eine Klasse mehr. Bild: Huber

"Es ist kein unfreundlicher Akt" gegenüber dem Landkreis und seinen Bürgern. Das betonte Bürgermeister Martin Preuß am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zum Thema überfüllte Realschule. Wie berichtet, nimmt Franz-Xaver-von-Schönwerth in den nächsten drei Schuljahren keine neuen Schüler aus bestimmten Landkreisgemeinden mehr auf.

Dass das "keine einsame Entscheidung der Stadt" als Sachaufwandsträger für die Staatliche Realschule war, machte Preuß gemeinsam mit Landrat Richard Reisinger in der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg deutlich. Dort klärten beide Seiten mit Vertretern ihrer Verwaltungen und der Schule noch einmal über die Hintergründe dieser Entwicklung auf, die Eltern und ihren übertrittswilligen Kindern aus den betroffenen Gemeinden einiges Verständnis abverlangt.

"Es ist an der Zeit, zu informieren", bekannte der Landrat, dessen Pressestelle zu dem gemeinsamen Termin eingeladen hatte. Wie berichtet, kann die mit derzeit rund 1150 Schülern aus allen Nähten platzende Amberger Realschule - die größte der Oberpfalz - ab heuer nicht mehr allen erwarteten Neuanmeldungen für die fünfte Klasse gerecht werden. "Das geht einfach nicht mehr, das ist nicht mehr zulässig - uns sind die Hände gebunden", berief sich Preuß auf Absprachen mit dem Kultusministerium und der Regierung der Oberpfalz, die eine weitere Vergrößerung der Schule ebenso für "nicht vertretbar" hielten. Der Landkreis habe daraufhin seine Hilfe dergestalt angeboten, dass die Walter-Höllerer-Realschule genügend Platz für Neuaufnahmen biete, wofür die Stadt laut Bürgermeister "sehr dankbar ist".

Wichtig war ihm dabei, zu betonen, dass sich Amberg "nach wie vor als Schulstadt sieht - auch mit dem Einzugsgebiet Landkreis - alle sind willkommen". Dennoch müsse man die Realität sehen, dass die Schönwerth-Realschule zahlenmäßig "am Anschlag ist", trotz Erweiterung und zweier mitgenutzter Ausweichquartiere in der ehemaligen Möhlkaserne und der Landwirtschaftsschule. Das liegt nach Auskunft von Ambergs Schulreferent Wolfgang Dersch auch daran, dass 60 Prozent der Schüler aus dem Landkreis kommen, der nicht zuletzt deshalb die "sinnvolle Lösung" (Preuß) mit der Walter-Höllerer-Realschule vorschlug.

"Niemand wird von uns gezwungen, dorthin zu gehen", versuchte Reisinger den Unterschied deutlich zu machen, ohne zu verhehlen, dass "der Zwang des Faktischen gegeben ist". Der sieht eben so aus, dass der Kreis neun Gemeinden ausgewählt hat, aus denen künftige Fünftklässler nicht mehr an die Amberger, sondern nur noch an die Sulzbach-Rosenberger Realschule gehen können (oder an weitere Schulen andernorts).

Dabei wurde laut Landrat darauf geachtet, dass das mit den bestehenden Busverbindungen machbar ist und keine unsinnigen langen Strecken mit Umsteigen über Amberg entstehen. Prinzipiell ist die Höllerer-Realschule eins zu eins mit der Amberger vergleichbar und bietet die selben Bildungschancen, betonte ihr Leiter Wolfgang Pfeifer. Er möchte wie bisher die fünften Klassen bei einer kleinen Schülerzahl von durchschnittlich etwa 25 halten.
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