Mehrere Einbrüche im Stadtgebiet: 38-Jähriger zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis ...
Drogensüchtiger Gewohnheitstäter auf Diebestour

Einbruchswerkzeug hatte er immer dabei. Geld allerdings nicht. Das aber brauchte ein 38-Jähriger dringend zur Finanzierung seiner Drogensucht. So kam es dann im Sommer vergangenen Jahres zu einer Diebstahlsserie in Schwandorf, die erst dann endete, als sich Polizisten auf die Lauer legten und den Täter in flagranti verhafteten.

Das Gefängnis kennt er von diversen Aufenthalten her. Im September 2013 hatte man den 38-jährigen Schwandorf wieder einmal entlassen. Acht Monate später saß er erneut hinter Gittern. Diesmal in U-Haft wegen diverser Einbrüche. "Warum schon wieder?", fragte der Amberger Schöffengerichtsvorsitzende Markus Sand, als der Mann jetzt vor ihm saß. Die Erklärung: Nach zwei abgebrochenen Therapien war er abermals von Crystal Speed abhängig, ständig als Verlierer zu Gast in Spielhallen und besaß kein Geld, um seine Suchten zu finanzieren.

Was dann passierte, war kriminell. Erst fälschte der 38-Jährige zwei Überweisungsformulare. Einmal kamen 50 Euro auf sein Konto. Doch der zweite Betrugsversuch schlug fehl, weil die Bank argwöhnisch geworden war. Diese von der Staatsanwältin Manuela Zeller vorgetragenen Betrügereien nahmen sich allerdings relativ harmlos aus gegenüber einer Serie von Einbrüchen, die der Schwandorfer zwischen Ende Mai und Anfang August 2014 beging.

Er streifte durch die Stadt, hatte Werkzeuge immer griffbereit in der Tasche. Sie wurden eingesetzt, als es zum Beutezug in einem Autohaus kam. Der nächtliche Besucher drang über ein Kellerfenster ein, fand neben 60 Euro ein paar Kleingegenstände und hinterließ 1300 Euro Schaden. Zwei Wochen später gelangte er gewaltsam in ein Büro an der Paststraße und "bediente" sich mit einem DVD-Player und einem Radio. Auch dort musste erheblicher Schaden behoben werden.

Bild der Verwüstung

Die Schwandorfer Polizei wurde weiter auf Trab gehalten. In der Nacht zum 1. Juli tauchte der Einbrecher vor einem Werkstattgebäude an der Industriestraße auf, verschaffte sich Zugang und hinterließ ein Bild der Verwüstung. Seine Beute, bestehend aus etlichen größeren Gegenständen, konnte er zu Fuß nicht fortbringen. Also brach er einen vor dem Haus stehenden Oldtimer-Sportwagen auf. Dabei löste sich die Alarmanlage aus, die das Fahrzeug besaß. Das aber störte ihn nicht. Gleich daneben war ein Kleintransporter geparkt. Auch der wurde gewaltsam entriegelt und fahrbereit gemacht. Damit konnte die Beute abtransportiert werden. Das Fahrzeug wurde später herrenlos aufgefunden. Ein paar Tage später war Schluss. An der Egelseer Straße wurde ein Bürogebäude heimgesucht. Der 38-Jährige raffte Brauchbares zusammen und legte, bevor er ging, Maschinen im Wert von 2000 Euro zum Abtransport bereit. Als er nicht lange darauf erneut erschien, wartete bereits die Polizei.

"Mein Mandant gibt alles zu", sagte Verteidiger Wilhelm Wartha dem Schöffengericht. Danach schilderte der 38-Jährige seine Straftaten detailliert. Dabei ließ er auch anklingen, dass zur fraglichen Zeit täglich die erhebliche Menge von einem Gramm Crystal Speed zur Befriedigung seiner Drogensucht notwendig gewesen sei. Das deutete auf eine erhebliche Abhängigkeit hin. Sie wurde vom Amberger Landgerichtsarzt Dr. Reiner Miedel bestätigt.

In dunklen Kreisen

Drei Jahre und neun Monate Haft beantragte Staatsanwältin Manuela Zeller. Sie hielt in ihrem Plädoyer eine Entzugstherapie für dringend notwendig. Dreieinhalb Jahre und eine Drogenentzugsmaßnahme schienen Verteidiger Wartha angebracht. Das Schöffengericht verhängte drei Jahre und drei Monate gegen den Gewohnheitstäter. Es schickte den 38-Jährigen außerdem in die Drogenklinik. Seine Beute hatte der Mann teilweise in dunklen Kreisen verkauft. Doch einiges von dem, was Polizisten in einer Wohnung sicherstellten, ließ sich bis heute nicht zuordnen.
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