Meier 30 wird auch schon 70

Dr. Eberhard Meier feiert heute seinen 70. Geburtstag. Bild: Hartl

45 Jahre gehörte Dr. Eberhard Meier der CSU an, deutlich kürzer hielt er es bei der ÖDP aus. Seit 2014 sitzt er für die Freien Wähler im Stadtrat. Ans Aufhören denkt der Arzt und Kommunalpolitiker auch mit 70 Jahren noch lange nicht.

Wer Dr. Eberhard Meier fragt, ob er denn seine internistische Praxis am Paradeplatz irgendwann einmal aufgeben will, der bekommt immer nur eine Antwort: "In fünf Jahren." So hat er es schon zum 65. Geburtstag gesagt, so gilt es auch heute, wenn er seinen 70. Geburtstag feiert. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Er fühlt sich körperlich und geistig fit, bildet sich ständig fort und nimmt an jedem größeren Ärztekongress teil.

Geboren ist Dr. Eberhard Meier am 7. März 1945, aufgewachsen ist er da, wo er heute noch lebt: am Paradeplatz. Damals waren der Stadtgraben oder der Mariahilfberg noch große Abenteuerspielplätze, von denen er reichlich Gebrauch machte. Kein Wunder, dass es in der Oberrealschule zunächst nicht so gut lief. Erst der gescheiterte Besuch eines Internats in Cham brachte den kleinen Eberhard zur Besinnung und schließlich zum Abitur.

1965 Abitur gemacht

Das war 1965, als sich die Oberrealschule ganz offiziell umbenannte in Gregor-Mendel-Gymnasium. Medizin studierte Eberhard Meier in Berlin und München. In Berlin machte er die für ihn schockierende Bekanntschaft mit dem Studentenführer Rudi Dutschke. "Das war ein unglaublicher Demagoge", so sagt er noch heute und wendet sich als konservativer Mensch mit Grauen ab.

Über Ulm und Erlangen, wo er lange arbeitete und forschte, kehrte Meier in seine Heimatstadt zurück, in der er vor 31 Jahren die internistische Praxis eröffnete. 1990 ging er für die CSU, der er sich immer verbunden gefühlt hat, in den Stadtrat. Meier 30 nannten sie ihn dort sehr schnell, weil er sich vehement für die flächendeckende Verkehrsberuhigung der Altstadt eingesetzt hat.

Mit Erfolg. "Amberg war wahrscheinlich die erste Altstadt in Bayern, die komplett eine Tempo-30-Zone war", so erzählt er. Mit dem damaligen CSU-Fraktionsvorsitzenden Heiner Storg habe er aber nie so recht gekonnt, das gibt Dr. Meier unumwunden zu. Sein persönlicher Weg, der nicht immer mit der Parteilinie übereingestimmt hat, sei aber toleriert worden. "Und der Georg Lassonczyk war mir als Aufpasser zur Seite gestellt." Jetzt muss Eberhard Meier schon herzhaft lachen. Aber irgendwann ging es nicht mehr. Die CSU in München rückte vom Rauchverbot ab, das Meier immer vehement gefordert hatte, und auch in der Stadtratsfraktion fühlte er sich mehr und mehr als Außenseiter.

Meier wechselte zur ÖDP, der er sich über den Kampf für das Rauchverbot verbunden fühlte. Im vergangenen Jahr entschied er dann, dass er sich bei den Freien Wählern doch besser aufgehoben fühlt. Die Amberger akzeptierten diese Entscheidung und wählten Meier zum fünften Mal in den Stadtrat. Dort erhebt er seine Stimme, wenn wieder mal die Idee umgeht, eine öffentliche Tiefgarage in der Altstadt zu bauen oder er fordert den Verzicht auf Zigarettenwerbung an städtischen Litfaßsäulen - übrigens erfolgreich.

Besser als Golf

"Kommunalpolitik war für mich immer interessanter als das Golfspielen", sagt Dr. Eberhard Meier über sich selbst. Trotzdem treibt er in seiner Freizeit natürlich Sport, fährt Rad, steigt auf Berge oder macht Skilanglauf. Er liebt Konzerte und die Oper und wenn ihm wirklich langweilig werden sollte, hat er ja noch seine sechs Enkel, die den Opa auch ganz gerne mal für sich haben. Und irgendwann, so sagt er, sind vielleicht auch einmal die fünf Jahre um und er hört zu arbeiten auf - das kann aber noch viele fünf Jahre dauern.
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