Mein und dein
Glosse

Mit dem Possessivpronomen ist das so eine Sache. "Besitzanzeigendes Fürwort" sagte man früher im Deutschunterricht auch dazu. Vor allem "mein" und "dein" sind nicht ganz problemfrei. Nicht nur bei Eigentumsdelikten, sondern auch in der häuslichen Gemeinschaft.

Halb drei Uhr nachts, friedliches, nicht ganz geräuschfreies Schlummern überall. Plötzlich grelles Licht und die nicht auf Widerspruch ausgelegte Ansage der besten Ehefrau von allen: "Dein Hund muss raus!" Mein Hund? Mein Hund. Muss raus. Herrchen jetzt auch. Kann ja nicht mal die Tür allein aufmachen, diese Töle.

Während man draußen in der Kälte auf die Rückkehr des Erleichterung suchenden Vierbeiners wartet, schleichen sich beschwerende Erinnerungen ein. "Dein Kind hat einen Fünfer heimgebracht", hieß es anklagend schon vor Jahren, aber "Mein Kind hat ein gutes Abi geschrieben" anerkennend später. Mein, dein - ist das hier egal? Nein.

Wie ist es mit der Gemeinschaftsform? "Jetzt kommt meine Sendung" beinhaltet eine klare Handlungsanweisung. Tschüss Fernbedienung. "Unser Autotank ist leer" lässt auch keine Fragen offen.

Die aktuelle Befindlichkeit alltäglicher Dinge spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Zuordnung von Sachen. Ist etwas kaputt, gehört es mir. "Dein Rasenmäher streikt!". "Unser Garten" dagegen ist in gutem Zustand. Auch unser Auto. Das brauche ich jetzt, denn ich muss unser Kind holen. Dann fahr ich gleich noch tanken. Und mein Hund muss auch schon wieder raus.

joachim.gebhardt@zeitung.org

Polizeibericht Mit 2,5 Promille ins Gesicht geschlagen

Amberg.(roa) Der Rausch dürfte wohl mit dafür verantwortlich gewesen sein, dass sich zwei Männer am Donnerstagabend ganz schön in die Wolle gerieten.

Gegen 22 Uhr kam es in einer Kneipe in der Fußgängerzone zum Streit: Ein 44-Jähriger schlug dabei einem drei Jahre jüngeren Mann mit der Faust ins Gesicht. Die Wirtin rief daraufhin die Polizei und bat die Beamten um Unterstützung, um die beiden Streithanseln aus ihrem Lokal zu befördern.

Alkotests ergaben beim Schläger 2,5 und beim Geschlagenen 1,8 Promille. Die beiden Kontrahenten verließen die Gaststätte ohne medizinische Versorgung und gingen getrennte Wege. Den 44-Jährigen erwartet eine Anzeige wegen Körperverletzung.
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