Militärgeschichte sucht Heimat

Die Militärhistorische Sammlung in der Leopoldkaserne - sie zeigt derzeit auf 600 Quadratmetern, welche Schicksale Soldaten aus der Garnisonsstadt Amberg in den vergangenen 300 Jahren erlebten. Sie macht aber auch Zusammenhänge deutlich und stellt ein Stück Stadtgeschichte dar. Bild: Hartl

Vom Uralt-Brief bis zum Maschinengewehr, vom Feld-Tornister mit Plattenspieler bis zum Unterstand aus dem Ersten Weltkrieg reicht die Palette der rund 4000 Exponate. Die Militärhistorische Sammlung in der Leopoldkaserne muss aus den angestammten Räumen spätestens 2017 raus. Jetzt läuft die Suche nach einem Übergangsquartier.

Um die Zukunft dieses Museums kümmert sich vornehmlich der Verein Militärhistorische Sammlung Amberg mit seinen rund 60 Mitgliedern, an deren Spitze Gernot Bock als Vorsitzender und Wolfgang Eger als dessen Stellvertreter stehen. Kulturreferent Wolfgang Dersch hat laut Eger in der zurückliegenden Woche anklingen lassen, dass es bei Überlegungen gebe, nach dem für 2017 vorgesehenen Abzug der Bundeswehr das Gebäude M auf dem Kasernengelände zu erwerben. Dieses könnte dann zur künftigen Bleibe für die Ausstellung umfunktioniert werden.

Depot nicht der Wunsch

Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg. Für den Verein und dessen zweiten Vorsitzenden Eger steht nun vornehmlich die Frage im Raum, welche Lösung sich für die Übergangszeit zwischen dem Auszug aus den bisher genutzten Räumen - rund 600 Quadratmeter - auf dem Kasernengelände im Gebäude an der Gerresheimer Straße und dem Einzug in eine neue Unterkunft ergibt. Eine denkbare Variante wäre, ein Depot anzulegen und die Exponate dort einzulagern. Für Eger aber ist dies nicht wünschenswert, denn: "Bei einer Einlagerung verschwindet alles aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit."

Ein weiteres Problem ergebe sich bei diesem Weg, "weil Leihgaben von ihren Eigentümern dann großteils abgezogen werden" - und dann wahrscheinlich in Zukunft auch nicht mehr zurückkämen. Wegfallen würden ohnehin einige Gegenstände, die sich im Besitz der Brigade befinden und mit dem Umzug der Bundeswehr nach Cham dorthin in einen 60 Quadratmeter großen Ausstellungsraum mitgenommen werden. Ebenso werde die Armee wohl die gepanzerten Fahrzeug auf der Freifläche abziehen. Damit eröffnet sich für Eger und seinen Verein die Suche nach Präsentationsräumen für die Interimszeit zwischen Aus- und Einzug in die späteren Räume. Der zwischenzeitlich einmal diskutierte Schmalzstadel in der Innenstadt stehe nicht mehr zur Debatte - weder für ein Provisorium noch für die Zukunft.

"Das ist kein Thema mehr", unterstrich Eger gegenüber unserer Zeitung. Ebenfalls hinfällig geworden sei das Angebot des Ursensollener Bürgermeisters Franz Mädler, vorübergehend in das dortige ehemalige Lagerhaus auszuweichen: "Der Umbau käme zu teuer", sagte der zweite Vorsitzende unmissverständlich.

Sponsoren und Mitglieder

Die Suche nach einer Halle oder größeren Räumen geht also weiter. Doch dazu machte Eger auch deutlich: "Das Ganze sollte halt nichts kosten." Ergo sei der Verein weiter bestrebt, eine Lösung zu finden, aber auch Sponsoren für das Projekt zu interessieren und Mitglieder zu werben.
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