Mischung aus Lesung und Theater im Vis-à-vis - Auch das Thema Flüchtlinge spielt dabei eine ...
Die Geschichte vom gebeutelten Känguru

Wenn alle Ausländer in produktiv und unproduktiv eingeteilt werden, dann hört es beim Känguru auf. Zwar muss es selbst untertauchen, um nicht "re-integriert" zu werden. Aber es protestiert trotzdem und stellt sich gegen das Komplott der Pinguine.

An diesem Abend wurde im Vis-à-vis ausnahmsweise nicht gefeiert oder getanzt - zum ersten Mal gab es in dem Lokal eine szenische Lesung. Eine Theatergruppe spielte das auf den "Känguru"-Geschichten von Marc-Uwe Kling basierende Stück "Gebeutelt - Die Känguru Tri(o)logie". Es war eine Mischung aus Lesung und Theater: "Dieses Format gab es hier noch nie, aber die Location passt einfach sehr gut zum Känguru", erklärte dessen Darstellerin Christina Porebski.

Das Känguru platzt ins Leben von Marc-Uwe Kling (gespielt von Stefan Flierl), der ein Kleinkünstler ist, und stellt es auf den Kopf. Doch Kling ist dem Beuteltier überhaupt nicht böse, sondern unterstützt es auch noch bei seinen "Schnapspralinen-Ideen". Dabei kommen natürlich Wortspiele, Witze und Situationen, die ad absurdum geführt werden, nicht zu kurz. Immer wieder mussten die Zuschauer über das, was sie gehört hatten, erst einmal nachdenken, bevor sie laut loslachen konnten. Auch die gekonnte Situationskomik machte dem Publikum großen Spaß.

Die Vorbereitungen für die Aufführung hatten bereits im November vergangenen Jahres begonnen. Damals entstanden die ersten Texte. Seit Juli probten die Schauspieler dann fleißig. Sie alle haben bereits Erfahrung mit dem Theater: "Wir sind sozusagen der Spin-off des Jugendclubs von Winni Steinl." Das Känguru sei an sich sehr politisch. Doch dass sie mit ihrem Stück gerade jetzt auch die Flüchtlings-Dramatik aufgreifen, sei eher dem Zufall geschuldet, räumen die Darsteller ein: "Das Thema ist ein Dauerbrenner."

Ob auch künftig Aufführungen in diesem Format klappen, lässt sich schwer sagen: Die Gruppe besteht aus Studenten, die in Kürze in andere Städte ziehen. "Es wird sicherlich etwas vom Jugendclub geben, aber dann im Stadttheater", verspricht sie.
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