Misstöne zwischen SPD und CSU

In der "Großen Koalition" im Stadtrat hängt der Haussegen schief. Vier Wochen vor der Haushaltssitzung verschärft sich der Ton zwischen CSU und SPD. Sauer aufgestoßen sind den Christsozialen Äußerungen des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Seibert bei einer Mitgliederversammlung der Genossen. Dabei hatte Seibert unter anderem gesagt, die Stadt brauche dringend eine Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, denn kleinere Betriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern würden von der Kommune oft "miserabel behandelt". "Da hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD ziemlich unüberlegt vor sich hin geplaudert", kommentierte CSU-Vorsitzender Stefan Ott in der Kreisvorstandssitzung diese Aussagen. "Mit solchen Phrasen schadet die SPD der Ansiedlungspolitik der Stadt Amberg und fällt insbesondere der stadteigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft in den Rücken", kritisierte Ott. Ein Beispiel für diese Aussage sei Seibert schuldig geblieben. Auch die Äußerung, Bürgermeister Martin Preuß picke sich bei der Vertretung von Oberbürgermeister Michael Cerny die Rosinen heraus, blieb nicht unkommentiert. Die Anfragen für Vertretungstermine würden gemäß Gemeindeordnung abgearbeitet. Cerny legte Wert auf die Feststellung, dass die Bürgermeister immer als Vertreter der Stadt und nicht für ihre Partei im Einsatz sind. Dass mit der SPD-Stadtratsfraktion eine Kooperation und nicht etwa eine Koalition bestehe, bekräftigte Bürgermeister Preuß. In der Sache bezeichnete er die Zusammenarbeit als "richtig und sinnvoll".
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