Mit Acryl, Edding oder Sand auf Motivsuche: Marcus Trepesch stellt im Rathaus aus
Leiwand auf der Leinwand

Marcus Trepesch stellt bis Samstag, 9. April, im Foyer des Großen Rathaussaal aus. Bild: Steinbacher
Es stimmt schon, in der neuen Ausstellung im Rathaus-Foyer sind die "Mona Lisa" und die "Erschaffung Adams" zu sehen. Allerdings nicht die Originale von Michelangelo Buonarroti oder Leonardo da Vinci. Die eine unbezahlbare Kostbarkeit ist nach wie vor in der Sixtinischen Kapelle in Rom, die andere im Louvre in Paris zu finden. Nein, in Amberg sind es Cover-Versionen von Marcus Trepesch.

Respektlos neu komponiert

Er komponiert die Episode der Erschaffung des Menschen, nämlich die Berührung zwischen den Fingern Gottes und denen Adams, ziemlich respektlos neu. Das maliziöse Lächeln der "Gioconda" verbirgt er hinter grüner Frucht. Eigentlich wollte er für diese Ausstellung ausschließlich so frei und frech bearbeitete Bilder zeigen. Aber "der Knalleffekt" ist da schnell verpufft, erzählt der temperamentvolle junge Künstler lachend. Jetzt hat er eben aus dieser Reihe nur noch die Bearbeitung von René Magritte und Gerhard Richter ("Schädel mit Kerze") im Angebot. Ansonsten präsentiert er sich sehr vielseitig. mittels Acryl, Edding oder Sand auf Leinwand geht er auf Motivsuche. Sein Stil ist eigenwillig und noch nicht festgefahren.

Ausschließlich abstrakte Malerei finde er "fad - da seh ich mich schnell satt". Seine Bildinhalte sind erkennbar. Einmal ist das Porträt von Fernandel als Don Camillo zu entdecken ("Mezzanine"), ein Skyline-Puzzle von New York, Tokio, Berlin und der Wallfahrtskapelle von Le Corbusier ("Seasons in the Abyss"). Esel "Norbert E." blinzelt aus dem Rahmen, Ambergs Koordinaten müssen als Titel herhalten, auch ein simples Kalenderdatum dient im Zusammenhang mit dem Rathaus als Überschrift. Und mit der Aufforderung "Überlegen Sie sich gefälligst selbst einen Titel" überrascht das nächste Bild. Doppeldeutig ist auch der Titel der Ausstellung, die bis Samstag, 9. April, dauert: "marcus trepesch. lei(n)wand". Ja, auf Leinwand sind die Bilder entstanden und - wie der Wiener sagt - leiwand, also großartig, toll, sind sie auch. Immerhin sind bereits vier Exponate aus dieser Schau verkauft, erklärt Trepesch ein bisschen stolz.

Die Kunst genießen

Der Ausstellungsraum gefällt ihm sehr, das unkomplizierte Engagement seitens der Stadt auch. Ansonsten will er nicht viel zu seiner Kunst erzählen, sonst komme man "gschaftlhuberisch" rüber, sagt er und übergibt das Wort an OB Michael Cerny. Der macht's auch kurz, eröffnet die Ausstellung und leitet über zum lockeren Genießen der Kunst.

Trepeschs Werke sind bis Samstag, 9. April, zu sehen: montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, Dienstag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr, Donnerstag von 14 bis 17 Uhr.
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