Mit Blitzstart auf Platz zwei

Gleich drauf auf den Gegner, ihn gar nicht ins Spiel kommen lassen: Das funktioniert inzwischen sehr gut beim FC Amberg, wie hier Marco Wiedmann (rechts) demonstriert. Bild: ref

Am Schluss waren - bis auf den Gegner - alle zufrieden: Die Zuschauer, die einen 3:0-Sieg des FC Amberg über den VfL Frohnlach gesehen hatten. Die Spieler des FC Amberg, die sich mit einem positiven Ergebnis in die Winterpause verabschiedeten. Nur einer fand - wie immer - ein Haar in der Suppe.

Es war Finale 2014, wie man es sich vorgestellt hatte am Schanzl. Die Elf von Trainer Timo Rost gewann nach einem Blitzstart verdient mit 3:0 (2:0) gegen den VfL Frohnlach und holte sich damit den sechsten Sieg aus den letzten sieben Spielen - und Platz zwei in der Bayernliga. Für die Gäste aus Oberfranken endete hingegen die niederlagenlose Zeit von sechs Partien. VfL-Trainer Stefan Braungardt nahm es aber gelassen hin: "Wir wollten ein frühes Gegentor vermeiden und hätten einen perfekten Tag gebraucht, um hier etwas zu holen - den hatten wir aber nicht."

Heber und Freistoß

Bei FC-Trainer Timo Rost hingegen herrschte gute Laune nach dem letzten Spiel des Jahres: "Gerade die zweite Halbzeit war sehr stark, wir haben fast nichts zugelassen." Beide Trainer vertrauten auf die gleiche Startelf wie zuletzt (da spielte Amberg 0:0 in Erlenbach, Frohnlach gewann 4:2 gegen Haibach). Das Selbstbewusstsein der Gäste war allerdings dahin, weil der FC Amberg einen Blitzstart hinlegte. Nach einem schönen Heber von Kai Hempel in den Lauf von Benjamin Werner versenkte dieser technisch anspruchsvoll zum 1:0 (6.). Nur drei Minuten später (9.) legte Sven Seitz nach, der einen Freistoß an der Strafraumgrenze schnell ausführte, so die gesamte Gästeabwehr samt Torhüter Jonas Hempfling überraschte und sein zehntes Saisontor erzielte. Da habe man sich verhalten "wie im Kindergarten, wie eine Schülermannschaft", ärgerte sich VfL-Trainer Braungardt.

Partie kippt

Der FC Amberg dominierte das Spiel, bis die Partie nach einer guten halben Stunde aus unerklärlichen Gründen kippte. Amberg zeigte in der Defensive einige Unkonzentriertheiten und Frohnlach kam zu einigen Chancen. Doch entweder klärte Kapitän Michael Plänitz im letzten Moment oder Matthias Götz zeigte seine Klasse. Ein Freistoß des VfL-Kapitäns Tayfun Özdemir klatschte genau ans linke obere Eck des Torgestänges (38.).

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste erneut die Chance auf den Anschlusstreffer, aber Kevin Hartmann brachte den Ball freistehend vor Matthias Götz nicht unter Kontrolle (49.). Wäre da der Anschlusstreffer gefallen, hätte die Partie noch interessant werden können - aber so schlug dann eben der FC Amberg zu. Nach einem Konter setzte sich Benjamin Werner durch, über Marco Wiedmann kam der Ball zu Tobias Wiesner und der schob zum 3:0 ein (52.).

Die Gastgeber hätten das Ergebnis jetzt noch höher schrauben können, Chancen wären zur Genüge vorhanden gewesen: Für Michael Plänitz, der einen Elfmeter (nach Foul an Julian Ceesay) über das Tor setzte (64.) oder auch für Benjamin Werner, der eine Seitz-Flanke aus fünf Metern nicht unterbrachte (65.) und später noch am Pfosten scheiterte (66.). Der eingewechselte Marco Seifert setzte einen Kopfball knapp über das Tor (74.) - Möglichkeiten, die bei Timo Rost für den einzigen Unmut sorgten: "Wir waren nicht konsequent genug. Wir hätten fünf, sechs Tore machen müssen."

"Ein, zwei Sachen"

Wichtig war aus FC-Sicht vor allem, dass man sich mit einem Sieg in die Winterpause verabschiedet. 43 Punkte stehen auf dem Konto. Aber Timo Rost wäre nicht Timo Rost, wenn er mit der derzeitigen Leistungen einfach zufrieden sein würde: Er verabschiedete sich mit einem "ein, zwei Sachen gibt es schon noch zu verbessern" in die Winterpause.
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