Mit dem Blick der Barmherzigkeit

Seinem neuen Kollegen Peter Bublitz gab der evangelische Gefängnis-Seelsorger Volker Dörflein eine aus winzigen Hölzern gebastelte Kirche, die ihm einst ein Gefangener geschenkt hatte. Er bat ihn, den Blick nicht nur auf Akten, Straftaten und Abgründe ("Die gehören auch dazu, es wäre naiv, zu glauben, es wäre nicht so") zu richten, sondern auch darauf, welche Gaben in jemanden stecken, der diese Kirche angefertigt hat. "Ich wünsche dir, dass du mit dem Blick der Barmherzigkeit kommst", sagte er.

Lobende Worte hatte er auch für seinen bisherigen Kollegen, Diakon Alfons Eiber, parat. Jeden Sonntag sei in der JVA Gottesdienst, Eiber habe nie gefehlt. "Ich überlege mir gerade, ob es eine Zelle gibt, wo du in den vergangenen 30 Jahren nicht warst", sagte er über den seelsorgerischen Dienst des katholischen Diakons. "Wir haben in Abgründe geschaut, miteinander geschaut, so wie Gott auf uns schaut."

Vom langjährigen katholischen Gefängnis-Seelsorger verabschiedeten sich auch die JVA-Bediensteten ("Du warst für uns alle immer der 15. Nothelfer") und Kapuziner-Pater Clemens, der sich ebenfalls in der Gefängnis-Seelsorge engagiert. Er dankte ihm "für die Freude, die du gebracht hast". Davon wisse er durch das Feedback von "Menschen, für die du da warst". (san)
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