Mit dem Rad zur Arbeit
Glosse

Eine gute Idee: Wer in die Pedale statt aufs Gas tritt, tut was für seine Gesundheit. Mit dem Rad zur Arbeit nennt man das. So weit die Theorie. Die Praxis sieht freilich etwas anders aus. Wer fast täglich zwölf Kilometer einfach ins Büro strampelt, weiß: Das tut wirklich gut - aber man lebt ganz schön gefährlich als Radler.

Und zwar als einer, der nicht zur Kampf- oder Kamikaze-Gattung gehört, sondern sich redlich bemüht, halbwegs vernünftig und entsprechend der Verkehrsregeln unterwegs zu sein. Natürlich mit Helm. Das alles reicht aber nicht. Auf zwei Rädern muss man nicht nur für sich selbst, sondern auch für die anderen denken: Anhalten, weil ein Lastwagenfahrer einfach weiterbrettert, obwohl der Radler Vorfahrt hätte. Ausweichen, weil ein Fußgänger so vertieft Nachrichten in sein Handy tippt, dass er die Welt um sich vergisst. Bremsen, weil Frauchen seinem kleinen Liebling freien Auslauf gönnt - und der Hund die komplette Ausziehlänge seiner Leine nutzt - quer über den Geh- und Radweg.

Der ganz normale Wahnsinn - man könnte Doktorarbeiten darüber verfassen. Ja, ganz im Ernst. Vielleicht macht sich mal ein Physiker Gedanken über das Fußgänger-Phänomen: Passanten schlagen grundsätzlich in dem Moment, in denen man an ihnen vorbeifahren will, einen Haken direkt vors Rad. Hat das was mit Fliehkraft zu tun? Der Radler kann sich darüber keine Gedanken machen. Er braucht seine volle Aufmerksamkeit. Um mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Und unversehrt wieder nach Hause.

heike.unger@zeitung.org

Polizeibericht Im Hocko dreiste Handy-Diebe aktiv

Amberg. (ath) Im Hockermühlbad hatten es am Wochenende Langfinger gezielt auf Handys abgesehen. Der erste Diebstahl geschah laut Polizei auf fast schon klassische Weise: Ein 20-Jähriger hatte am Sonntag gegen 14 Uhr seine Wertsachen mit auf die Liegewiese genommen. Als er seinen Platz verließ, um ins Wasser zu springen, kam es fast, wie es kommen musste. Unbekannte nutzten die Abwesenheit, um aus der Hose des Azubis sein Smartphone für rund 350 Euro zu stehlen. Das "Versteck" im Beinkleid unter dem ausgebreiteten Handtuch hatte nichts genützt.

Noch dreister wurde bereits am Samstag gegen 19.15 Uhr ein 13-jähriger Schüler bestohlen, als er das "Hocko" verlassen wollte. Ein Langfinger griff in seinen Rucksack und angelte unbemerkt das rund 300 Euro teure Mobiltelefon heraus. Die Polizei sucht nun Zeugen zu beiden Vorfällen.
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