Mit den Waisenkindern ins Gas gegangen

Der Kinderarzt Janusz Korczak, der 1878 in Warschau geboren wurde, war ein bedeutender Pädagoge, der sich mit Leidenschaft für Kinder einsetzte. Sein Engagement galt vor allem armen und verwahrlosten Kindern. 1912 übernahm er die Leitung des von ihm konzipierten Waisenhauses und verfasste pädagogische Schriften und Kinderbücher. Mit seinem Werk "Wie man ein Kind lieben soll" von 1919 wurde er zum Wegbereiter der Kinderrechte. So forderte er das Recht auf Selbstbestimmung und die Freiheit, eigene Erfahrungen sammeln zu dürfen. Seiner Meinung nach bräuchten Kinder Zeit, um eigenen Bedürfnissen nachgehen zu können, um so zur Selbstverwirklichung zu finden. Auch sah er das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist. 1942 holten die Nazis die etwa 200 Kinder des Waisenhauses, um sie in das Vernichtungslager Treblinka zu bringen. Korczak, der wusste, dass dies den Tod bedeutet, wollte die Mädchen und Buben nicht im Stich lassen und bestand darauf, mitzufahren. Kurz nach der Ankunft im Vernichtungslager wurden die Kinder und er in der Gaskammer ermordet.
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