Mit Fußball, der gefällt

Der Ball ist drin, und der Torschütze Michael Dietl (Bild) schreit vor Freude. Dieses Gefühl kennen die Spieler des FC Amberg seit geraumer Zeit ständig, gegen den Würzburger FV soll die Siegesserie weiter ausgebaut werden. Bild: Ziegler

Die Bilanz ist die eine Seite, die andere ist die Art und Weise, wie der FC Amberg Punkte geholt hat in den letzten Spielen. Mit Szenenapplaus honorierten die Amberger Zuschauer das Geschehen auf dem Rasen, die Top-Mannschaft aus Aschaffenburg wurde vom Platz gefegt. Jetzt kommt der nächste Kracher.

Blickt man vor dem 20. Spieltag der Bayernliga Nord einmal nur auf die Statistik der letzten fünf Spiele, dann bleibt nur ein logischer Schluss: Am Samstag, 8. November, steigt um 14 Uhr im Stadion am Schanzl ein richtiges Top-Spiel. Denn da erwartet der FC Amberg, der zuletzt vier Siege in Folge holte, den Würzburger FV, der fünf Mal in Folge ungeschlagen blieb und dabei vier Dreier einstrich. Schaut man aber auf das große Ganze - sprich die Tabelle nach 19 Partien - heißt die Partie einfach Vierter gegen Neunter.

Aber ganz so einfach ist es eben nicht - gerade, wenn man sich die letzten Partien der Unterfranken ansieht: 13 Punkte aus fünf Spielen mit Siegen gegen Memmelsdorf, Neudrossenfeld, Ansbach und Haibach und einem Unentschieden gegen Eltersdorf. Nach einem eher durchwachsenem Saisonstart läuft es derzeit ganz gut beim Würzburger FV, das sagt auch Trainer Christian Graf (48): "Die Verletzten sind zurück und wir haben einfach wieder in die Spur gefunden. Aber das waren für uns auch Pflichtsiege, wenn wir aus dem Keller raus wollten - das haben wir geschafft."

Der Vorjahreszehnte kommt mit dem Selbstbewusstsein von 15 auswärts geholten Punkten aus zehn Spielen und wird dabei auch darauf hoffen, dass Andreas Hetterich wieder knipst. Denn der 27-jährige Stürmer ist mit vier Toren in den letzten fünf Partien eines der Gesichter des Würzburger Aufschwungs. Aber auch mit einem Hetterich in bester Stürmerlaune erwartet Graf in Amberg viel Gegenwind: "Der FC Amberg ist eine andere Kategorie als unsere letzten Gegner, das war schon im Hinspiel zu sehen." Da gewann der FCA trotz Unterzahl (Rot für Frank Lincke) durch Treffer von Michael Plänitz und Tobias Wiesner mit 2:0. Ein Spiel, über das man heute nicht mehr reden brauche, so Graf, dessen Team sich in Amberg nicht verstecken will: "Wir waren zuletzt offensiv aufgestellt und werden auch gegen Amberg offensiv auftreten. Die ein oder andere Chance wird sich uns schon bieten, die müssen wir dann eben nutzen." Einen Sieg möchte Graf dann zwar nicht als Zielvorgabe ausgeben, aber "mit einem Punkt auswärts kann man immer zufrieden sein."

Das wäre ein Ergebnis, das dem FCA sicher nicht gefallen würde. Trainer Timo Rost warnt zumindest schon mal: "Die starke Würzburger Bilanz zuletzt sagt alles. Der WFV wird uns alles abverlangen." Verstecken muss sich der FC aber auch nicht. Platz vier, zweitbeste Offensive, vier Siege in Folge - und eine Spielweise, die gefällt: "Das ist der Fußball, den ich sehen will, unsere Philosophie mit dem kombinationsstarken Offensivspiel." Und genau das will Rost auch gegen Würzburg sehen: "Wir werden unsere offensive Spielweise nicht ändern, aber wir brauchen eben auch eine Top-Leistung, um zu gewinnen."

Fehlen wird dabei Andreas Graml, der sich einen Innenbandanriss im Knie zugezogen hat. Der Einsatz von Benjamin Werner ist wegen Rückenproblemen fraglich.

FC Amberg: Götz (1), Haas (25), Ceesay (15), Gorgiev (5), Jobst (23), Konjevic (4), Karzmarczyk (18), Hempel (14), Knorr (17), Lincke (19), Morin (22), Plänitz (13), Schwarzfischer (21), Wiedmann (10), Dietl (8), Seifert (16), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11) (?).
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