Mit Geduld gegen Beton

Die Fans des FC Amberg können auch 90 Minuten lang Stimmung machen, das bewiesen sie im Derby gegen die DJK Ammerthal. Bild: Ziegler

Timo Rost erwartet, dass der Gegner mit elf Mann hinten drin steht. Der Trainer des FC Amberg glaubt aber auch, dass die SpVgg Bayern Hof blitzschnell auf Konter umschaltet - und dagegen hat er ein spezielles Rezept.

Vier Partien fielen am Ostersamstag dem Wetter zum Opfer, unter anderem auch die des FC Amberg und der SpVgg Bayern Hof. Nun sollte das Wetter aber passen und so erwartet der Tabellendritte FC Amberg (53 Punkte) den Tabellensiebten aus Hof (42) am Samstag, 11. April, um 16 Uhr im Stadion am Schanzl.

Nur sechs auswärts

Als Regionalligaabsteiger traute man den Oberfranken, die am Ostermontag beim Nachholspiel in Regensburg ein 0:0 holten, eigentlich mehr zu als den momentanen siebten Rang. An der Abwehr lässt sich diese Platzierung aber nicht festmachen: Mit erst 16 Gegentoren stellen die Hofer die beste Defensive der Liga, auswärts gab es sogar erst sechs Gegentreffer. "Wir spielen gut gegen den Ball und wollen bei unseren Gegner keinen Spielfluss aufkommen lassen", so Trainer Faruk Maloku (37, vorher beim SV Etzenricht). Diese Abwehrstärke ist vor allem deshalb wichtig, wenn man auf die erst 35 erzielten Tore der Hofer blickt, weiß auch Maloku: "Nur so können wir unsere Offensivschwäche überdecken und gewinnen dann ab und an auch mal Spiele."

Zehn aus fünf

Für den harmlosen Angriff (schlechtester Wert des oberen Tabellendrittels) hat der 37-Jährige eine ziemlich einfache Erklärung: "Vorne fehlt die Qualität. Wir haben viele junge Spieler, da müssen wir erst eine Entwicklung reinkriegen. Zaubern kann ich halt auch nicht." Immerhin mit der Punkteausbeute im Jahr 2015 kann er bislang zufrieden sein. Zehn Punkte aus fünf Spielen können sich schon sehen lassen. Dass man diese Bilanz aber an diesem Wochenende beim FC Amberg ausbauen kann, scheint für Maloku fast ausgeschlossen: "Der FC wird sich im Normalfall durchsetzen, für uns geht es darum, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Wenn Amberg nicht gewinnt, dann liegt's an ihnen selbst." Das klingt schon ein bisschen nach Selbstaufgabe, was aber wohl nicht bedeutet, dass die Hofer nur kommen, um sich eine vermeintliche Pflichtniederlage abzuholen.

Beim FC Amberg erwartet man schon einen Ansturm auf ein Abwehrbollwerk. "Hof steht mit elf Mann in der eigenen Hälfte, macht das Spiel eng und lauert auf Konter. Bei Ballgewinn schalten sie blitzschnell um, da müssen wir aufpassen", warnt FC-Trainer Timo Rost deshalb. Was ist also von einem Spiel zu erwarten, in dem die Betonfabrik der Liga zur zweitbesten Offensive (56 Tore) kommt?

Im Hinspiel 3:0

Es wird sich wohl viel in der Gästehälfte abspielen. Timo Rost hat sich schon einen Plan zurecht gelegt: "Wir werden darauf eingestellt sein und Wege und Mittel finden, um diesen Riegel zu knacken. Wir wären aber auch dumm, wenn wir Hof im eigenen Stadion ins offene Messer laufen würden." Im Hinspiel dominierte der FC das Geschehen im Stadion Grüne Au, nach Toren von Kai Hempel, Benjamin Werner und Michael Dietl gewann die Rost-Elf damals 3:0. Einen Hofer Treffer gab's (überraschenderweise) nicht und das versucht man aus FC-Sicht zu wiederholen. Und dennoch: Es könnte ein ziemliches Geduldsspiel werden, bei dem aufseiten des FC Christopher Hock und weiterhin Andre Karzmarczyk fehlen werden.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25), Ceesay (15), Gorgiev (5), Jobst (23), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17), Lincke (19), Morin (22), Plänitz (13), Schwarzfischer (21), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seifert (16), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11).
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