Mit Großaufgebot

Für das Klinikum ist eine Großübung, wie sie dieser Tage über die Bühne ging, eine gute Möglichkeit, um zu schauen, wie lange zum Beispiel eine Evakuierung dauert, wie gut Rettungsketten funktionieren, erklärt Dr. Jens Trögner, stellvertretender ärztlicher Direktor von St. Marien. Das Klinikum hat 580 Betten. Hinzu kommt noch Personal. "Das sind dann locker 1000 Menschen, die im Haus sind." Deshalb sei es umso wichtiger, regelmäßig zu schulen und auch zu üben.

Vor wenigen Wochen war es tatsächlich zu einem Brand in St. Marien gekommen. Der Motor einer Belüftungsanlage war durchgeschmort, dadurch war Rauch auf die Intensivstation gedrungen. "Die Intensivstation ist natürlich ein sehr sensibler Bereich", erklärt Trögner. Sehr schnell evakuierte das Personal die betreffenden Räume und brachte die Patienten, die allesamt beatmet wurden, einstweilen in einem Aufwachraum und der Intensivstation einer anderen Abteilung unter. "Das hat alles sehr gut funktioniert", beurteilt Trögner die damalige Situation.

Im Einsatz waren rund 100 Beteiligte, darunter 20 Mitarbeiter des Klinikums sowie Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Technischem Hilfswerk. Trainiert wurde laut Marc Bigalke, Katastrophenschutzbeauftragter von St. Marien, zum einen die Anfahrtsregelung, also welche Rettungskräfte zum Haupteingang kommen und welche den sogenannten Bereitstellungsraum ansteuern. Neben verschiedenen Aufgaben für die Helfer hatten auch die Verantwortlichen der Hilfsorganisationen ihre Mission: mit der Klinik eine Gesamt-Einsatzleitung zu bilden. "Die Übung ist gut gelaufen", bilanzierte Bigalke. Eines betonte er: Dieses Training wurde nicht wegen des Brands auf der Intensivstation angesetzt - die Übung war schon viel länger geplant. (san)
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.