Mit Herzblut und Folk auf nach Irland

Weil zu einem irischen Abend natürlich auch der Tanz gehört, waren die Magic Shoes aus Sulzbach-Rosenberg für einen Auftritt engagiert. Die jungen Damen gaben eine umjubelte Vorstellung von Choreographien aus "Riverdance" und glänzten so mit einem weiteren Höhepunkt. Bild: Hartl

Die Urlaubsreise, die Jack's Heroes im Herbst in ihr "gelobtes Land" unternahmen, hat den Helden offensichtlich recht gut getan. Für ihre treuen Fans gaben die vier Musiker am Samstag einen amüsanten Reisebericht aus Irland zum Besten.

Dafür hatte sich das Quartett mächtig ins Zeug gelegt, um nicht nur - wie bei ihnen und den meisten ihrer irischen Kollegen üblich - in Pubs und Kneipen aufzuspielen. Nein, sie haben es diesmal gewagt, ein Konzertsaal-ähnliches Etablissement mit ihrem Auftritt zu beglücken, nämlich das Jugendzentrum. Und Edi, Chris, Tom und Gonzo konnten sich darüber freuen, dass schon etliche Zeit vor dem offiziellen Beginn im Zuschauerraum keine Sitzplätze mehr frei waren.

Viel Gefühl samt Lichtshow

Die Freunde des Irish Folk mussten also etwas ungewohnt in den Sitzreihen Platz nehmen, statt auf Barhockern. Dafür bekamen sie aber Unterhaltung der Extraklasse geboten. Nicht nur, dass die Songs über eine professionelle Anlage zu hören waren, die Bühne im Klärwerk war auch mit passablen Light-Show-Geräten bestückt. Aber gute Technik-Voraussetzungen sind noch keine Garantie für ein begeisterndes Konzert. Da gehört schon Spielfreude und Herzblut dazu. Und damit waren Jack's Heroes - die sich nach dem Spitznamen der irischen Fußball-Nationalmannschaft unter Trainer Jackie Charlton nennen - reichlich gesegnet.

Neben verschiedenen selbstkomponierten Liedern standen natürlich auch die Klassiker der Pub-Unterhaltung auf dem Programm - und sogar ein Bob-Dylan-Titel hatte sich mit eingeschlichen, der aber auch verdächtig irisch klang. Ebenso unvermeidlich war es, dass fröhliche Trinklieder, die in jedem Pub und jeder Kneipe auf der Welt bekannt sind, die Stimmung auf den Höhepunkt zusteuern ließen. "Whiskey in the Jar" wurde vom Publikum ebenso begeistert mit Klatschen und Mitsingen honoriert wie "The Wild Rover".

Ballade zur Hungersnot

Aber auch herzzerreißende Balladen, die an das schwere Schicksal der grünen Insel erinnern, gehören zu einem Konzert von Jack's Heroes dazu, wie das berührende "Londonderry Ait", das als "Oh, Danny Boy" bekannt wurde, weil sich viele Iren weigern, das Wort London in den Mund zu nehmen, oder auch "Fields of Athenry" über die schwere Hungersnot im 19. Jahrhundert, das die irischen Schlachtenbummler bei der Europameisterschaft 2012 nach der Niederlage gegen die spanische Mannschaft sangen und damit als moralische Sieger vom Platz gingen.

Zur irischen Musik wird aber nicht nur geweint, gelacht und getrunken, sondern auch getanzt, denn die Lieder zielen nicht nur aufs Gemüt, sondern gehen auch in die Beine. Dem Publikum war das leider in den eng besetzten Zuhörerreihen nicht möglich. Dafür hatten die Barden die "Magic Shoes" aus Sulzbach-Rosenberg engagiert. Die jungen Damen gaben eine umjubelte Vorstellung von Choreographien aus Riverdance, die keinesfalls nur als Pausenfüller diente, sondern einen weiteren Höhepunkt des irischen Abends setzte.
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