Mit ihren Künsten genügen sie höchsten Ansprüchen: Franz Badura (Trompete) und Andreas Feyrer (Orgel) begeisterten 70 Minuten lang die rund 180 Besucher bei einem Konzert in der St.-Konrad-Kirche.
Im Ohr flackern Flammen

Die rund 180 Besucher waren begeistert von dem Konzert zur Osterzeit, das Franz Badura (Trompete) und Andreas Feyrer (Orgel) in der Ammersrichter St.-Konrad-Kirche gaben. Bild: u
(u) Das Ammersrichter Gotteshaus war einmal mehr Schauplatz einer Musikveranstaltung von höchstem Niveau. Imposant gleich der Einstieg in das Konzert.

Strahlend heller Klang

Am Anfang stand die festliche Ouvertüre aus Händels Wassermusik, gefolgt von vier weiteren Sätzen, die Franz Badura mit strahlend hellem Klang auf seiner Piccolo-Trompete durch viele Verzierungen ausschmückte. Andreas Feyrer zeigte bei seiner einfühlsamen Begleitung die facettenreichen Klangfarben der Orgel auf, von zarten wohlklingenden Flötenregistern bis hin zum vollen Plenum-Klang.

Feuer und Wasser

Pfarrer Michael Jakob erklärte in seiner kurzweiligen Moderation, dass Händel die Wassermusik für den englischen König George I. komponiert habe. Das Stück sei begleitend für seine Bootsfahrt über die Themse gedacht gewesen. Die Orchestermusiker seien in eigenen Booten hinter der Barke des Königs hergefahren.

Nach der Wassermusik wurde es feurig mit dem von Alexandre Guilmant komponierten Orgelsolo-Stück "Marche aux flambeaux". Bei dem Werk, das übersetzt Flammenmarsch heißt, konnte sich das Publikum - angeregt durch Pfarrer Jakobs Moderation - eine Pilgerprozession mit Fackeln vorstellen. Die schnellen virtuosen Läufe stellten die flackernden Flammen dar.

Mit dem Trompetenkonzert in D-Dur von Georg Philipp Telemann setzten die Musiker einen Höhepunkt in der ersten Konzerthälfte. Nach dem sehr festlichen ersten Satz improvisierte Franz Badura im zweiten Satz, der eigentlich nur für Orchester alleine komponiert worden war, eine Trompetenstimme. Den rasanten dritten Satz bewältigten beide Musiker so meisterhaft und beeindruckend, dass Pfarrer Jakob in seiner Begeisterung das Publikum spontan zu einem Zwischenapplaus aufforderte.

Im zweiten Abschnitt des Konzerts erklangen die Orgelstücke "Nun danket alle Gott" von Sigfried Karg-Elert, in die der Komponist die Melodie des gleichnamigen Gotteslob-Liedes versteckt eingearbeitet hat. Pfarrer Jakob filterte zusammen mit den Zuhörern diese allen bekannten Klänge heraus.

Frische Interpretation

Krönender Abschluss war das Trompetenkonzert in D-Dur von Guiseppe Torelli. Der italienische Geigenvirtuose führte die Satzanordnung "schnell - langsam - schnell" ein, die später Komponisten in aller Welt übernahmen. Franz Badura interpretierte das anspruchsvolle Werk frisch. Mit seiner Leichtigkeit ließ er es für das Publikum zu einem echten Hörgenuss werden.

Der langanhaltende Applaus am Ende des Konzerts war nicht nur verdienter Lohn für die beiden Musiker, sondern auch Beleg für die Begeisterung der Zuhörer.
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