Mit Kapitänsdiplom vom Schulschiff

Sie freuten sich über die hervorragenden Noten im Abitur (vorne von links): Oberstufenkoordinator Armin Eckert, Sebastian Dorfner, Alexander Türk, Andrea Fleischmann, Jonas Weiser, Franziska Leitl, Korbinian Rubenbauer und Oberstudiendirektor Peter Welnhofer sowie (hinten von links) Michael Gehr, Fabian Pemp, Christoph Herok, Simon Reiser, Ferdinand Eckl und Lukas Wießnet. Bild: gf

Das bekannte Volkslied von der lustigen Seefahrt treffe durchaus den Werdegang der frischgebackenen 87 "cABItäne" des Gregor-Mendel-Gymnasiums. Zumindest meinte dies Jahrgangsprecher Sebastian Dorfner bei der Abiturfeier.

(gfr) 126 Leichtmatrosen, die nicht viel mehr als das Seepferdchen-Abzeichen in der Tasche hatten, heuerten 2007 auf dem Schulschiff mit den drei grünen Segeln an. Dieses sei zu diversen Kaperfahrten ausgelaufen, habe englische, französische, spanische, ja sogar lateinische Kolonien angesteuert und auch bizarre Formationen der Biologie, Physik oder Chemie. Zum Ende des zehnten Jahres sei die Seemannsreife erworben worden, auf dem Oberdeck habe man Freibeuter-Kenntnisse beweisen müssen. Nach acht Jahren "Rum und Ehre", Tagen mit ruhiger und stürmischer See, so Studiendirektor Werner Kraus, könnten 87 Kapitänsdiplome - also Reifezeugnisse - vergeben werden. Elternbeirats-Vorsitzender Hubert Schertl sagte, in zwölf Schuljahren seien aus Grundschülern junge Erwachsene geworden, "die mit dem erworbenen breitgefächerten Wissen in der Lage sein werden, künftig gesellschaftliche und wissenschaftliche Vorgänge zu erfassen". Schülersprecherin Eva Bogner hob hervor, man könne die Segel richtig setzen, wenn man das Ziel der Reise kenne. Für Schulleiter Peter Welnhofer können die Absolventen optimistisch in die Zukunft schauen. Optimismus sei ein Privileg der Jugend, sagte er und wünschte allen, dass sie sich diesen bewahren können. Zum Leben gehöre Glück, das man aber nicht erzwingen könne. Es könne der Jackpot sein oder bei "Hans im Glück" der Goldklumpen, der zu schwer geworden war. Einen Hauptgewinn der Lebenslotterie hätten die Absolventen bereits gezogen: Aufgewachsen in Mitteleuropa, müssten sie nicht Vertreibung, Hunger oder IS-Mörderbanden fürchten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.