Mit Musik ihr Leben verbracht

Zum 100. Geburtstag von Erna Helm im Marienheim wurde zwar nicht Klavier gespielt, Musik gab es aber. Die Kindergartenkinder ließen sich nicht lumpen und brachten ihrer "Mitbewohnerin" ein flottes Ständchen. Bild: gf

Die Menschen werden alt und älter, doch ein 100. Geburtstag ist immer noch etwas ganz Besonderes. Aber bei Erna Helm spielte sowieso fast ihr ganzes Leben lang die Musik.

Im Jahr 2015 können voraussichtlich 23 Amberger Bürger ihren 100. Geburtstag feiern. Einer davon war gestern Erna Helm, der die Kinder des Kindergartens Marienheim zu diesem ganz besonderen Ereignis ein Ständchen sangen. Bürgermeister Martin Preuß gratulierte und überbrachte ihr auch ein Glückwunschschreiben des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Abitur in Eger gemacht

Am 23. April 1915 kam Erna Helm in Eger zur Welt, ging dort zur Schule und schrieb am Gymnasium in Eger die Abiturprüfungen. In der Bäckerei der Eltern musste sie dann helfen, bis sie den Klavierbauer Johann Helm aus Falkenberg bei Tirschenreuth kennenlernte, den sie 1935 auch heiratete. Erna und Johann Helm haben einen Sohn und eine Tochter, im Laufe der Jahre vergrößerte sich die Familie um drei Enkel- und drei Urenkelkinder.

Die Eheleute Helm führten in Eger ein Klaviergeschäft, bis ihnen 1965 die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland gestattet wurde. In Amberg eröffneten sie dann in der Herrnstraße, Ecke Kasernstraße, ihren Klavierfachbetrieb, der 1979 in die Paulanergasse verlegt wurde, wo Sohn Walter, der wie sein Vater die Meisterprüfung im Klavierbauhandwerk abgelegt hat, heute noch Klaviere baut, repariert und stimmt.

Natürlich konnte Erna Helm Klavier spielen, denn seit ihrer Hochzeit war sie mit im Geschäft tätig, verkaufte Klaviere und musste ihren Kunden auch die Klangqualität erklären. An die Zeit, ab der sie in Amberg lebte, erinnert sich die Jubilarin gerne zurück, vor allem an die Kontakte und Gespräche mit ihren Kunden.

Im Mai 2000 verstarb Johann Helm und nach fünf Jahren entschloss sich Erna Helm, in das Caritas-Altenheim Marienheim umzuziehen, wo sie jeden Tag von ihrem Sohn Walter besucht wird, der die Mutter beim Mittagessen unterstützt. Pfarrer Alois Albersdörfer sagte, Erna Helm sei eine gläubige Christin, die stets in der vordersten Reihe am Gottesdienst teilnehme. Bürgermeister Martin Preuß betonte, dass ein 100. Geburtstag wirklich ein besonderer Tag sei.

Er überreichte, dem Wunsch der Jubilarin entsprechend, Kosmetikartikel. Martin Preuß übergab auch das Glückwunschschreiben des Ministerpräsidenten sowie die silberne Gedenkmünze Patrona Bavariae.
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