Mit Stadl taff im Geldabgreifen

Außen und innen sind die Sanierungsarbeiten im Schießl-Stadl am Paulanerplatz schon schwer im Gange. Dennoch wird es voraussichtlich bis 2017 dauern, das 400 Jahre alte Gebäude denkmalgeschützt so herzurichten, dass das Stadtarchiv einziehen kann. Seine Bedingungen für die klimatisch richtige Aufbewahrung wertvoller Archivalien sehen es laut OB vor, dass praktisch "ein Haus im Haus entsteht". Heißt: Im Inneren wird ein eigener Betonbau hochgezogen, der diesen Schutz gewährleistet. Links vom Stadl kommt übri
Seit 1971 gibt es die Städtebauförderung. Gut 64 Millionen Euro sind seitdem aus diesem Topf nach Amberg geflossen. Aktuell sind allein für die Sanierung des Schießl-Stadls 2,86 Millionen Euro bewilligt. Grund genug für Bundestagsabgeordneten Alois Karl (CSU), sich diese seit Herbst vergangenen Jahres laufende Maßnahme am Donnerstag vor Ort anzuschauen. Zumal Amberg nach seinen Worten "taff ist im Abgreifen von Städtebaufördermitteln", die von Bund und Land gemeinsam gestellt werden. Doch der Parlamentarier freut sich natürlich über "investitionsinteressierte Städte", vor allem wenn historisch wertvolle Gebäude revitalisiert würden, die für die Geschichte und damit die Identität eines Ortes wichtig sind.

Beim Schießl-Stadl trifft das gleich in doppelter Hinsicht zu: Er ist als altes kurfürstliches Wagenhaus von 1615 in Schlossnähe nicht nur Teil dieser glanzvollen Amberger Epoche, sondern soll künftig auch das Stadtarchiv mit seinen Schätzen beherbergen. Diese sinnvolle neue Nutzung war laut OB Michael Cerny ein wichtiges Kriterium für die staatlichen Zuschüsse. Städtebauförderung setze immer auch auf Stadtentwicklung. Mit ihr und diesem hehren Ziel konnte laut Cerny "die wirtschaftliche Lücke geschlossen werden", die die Stadt im Vergleich zu einem theoretisch ebenso möglichen Neubau auf der grünen Wiese hatte. So aber leben Archiv und Stadl neu auf.
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