Mit Vollrausch und Blaulicht

Akuter Vollrausch: 256 Personen aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach wurden 2013 betrunken ins Krankenhaus eingeliefert. 73 davon waren unter 20 Jahre alt. Archivbild: dpa

Die Faschingsfreunde in der Region laufen in den nächsten Tagen zur Hochform auf - die Sanitäter, die sich um Betrunkene kümmern müssen, auch. Noch immer ist die Zahl der Komasäufer in der Region erschreckend hoch.

Das Statistische Landesamt liefert die Zahlen: 86 Amberger hatten sich im Jahr 2013 derart betrunken, dass sie wegen eines akuten Rausches ins Klinikum eingeliefert werden mussten - im Vergleich zum Vorjahr ein sprunghafter Anstieg. 2012 waren noch 60 Fälle mit dieser Diagnose verzeichnet worden. Von den 86 Vollrausch-Patienten 2013 waren nach Angaben des Landesamtes 21 (also fast ein Viertel) unter 20 Jahre alt.

Lob für die Wirte

"Das zeigt, dass Alkoholmissbrauch nach wie vor ein großes Problem ist", sagt Gerhard Fleischmann, der sich beim Gesundheitsamt intensiv mit dem Thema befasst. Gleichwohl lobt er die Bemühungen der Festveranstalter in der Region, die Bestimmungen zum Jugendschutz besser einzuhalten: "Wir haben den Eindruck, dass die Aufklärungsversammlungen, die wir für Vereine anbieten, auf positive Resonanz stoßen."

Mittlerweile achteten die Veranstalter darauf, dass die Barbereiche eingezäunt sind, keine Gäste unter 18 Zutritt haben und keine Schnäpse nach draußen gelangen. "Es gibt auch einige Kommunen, die keine Genehmigung mehr erteilen, wenn die Verantwortlichen nicht an einer unserer Schulungen teilgenommen haben." Für den Landkreis Amberg-Sulzbach sehen die Zahlen des Statistischen Landesamtes nicht recht viel besser aus. 2013 mussten 170 Personen wegen akuten Rausches ins Krankenhaus gebracht werden, davon waren 52 (knapp über 30 Prozent) noch keine 20 Jahre alt. Die Werte für den Landkreis sind allerdings im Vergleich zu 2012 leicht rückläufig.

Die Polizei ist - gerade in der Faschingszeit - sensibilisiert. Deren Sprecher Peter Krämer weist darauf hin, dass sich die Wirte ihrer Verantwortung durchaus bewusst seien. "Die sind schon dahinter, dass da nichts passiert." Allerdings sei nach wie vor das "Vorglühen" ein Problem. "Sehr oft trinken Minderjährige im privaten Bereich." Gerade bei größeren Menschenansammlungen, wie etwa beim Hexentreiben auf dem Marktplatz oder den bevorstehenden Faschingszügen, setzt Krämer auch auf "soziale Kontrolle": Wer beobachtet, dass Kinder oder Jugendliche Alkohol trinken, sollte etwas dagegen unternehmen.

Fehlverhalten ansprechen

"Am besten funktioniert das, wenn man sich einen Verbündeten sucht und mit ihm gemeinsam den Jugendlichen anspricht." Jedem, der sich betrinkt - insbesondere Minderjährige - solle deutlich zu erkennen gegeben werden, dass sein Verhalten nicht toleriert wird.
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