Mitglieder des Aufsichtsrats Gewerbebau besichtigen "SeatTec Sitztechnik"
Vom Bugatti bis zum Panzersitz

Ein Sitz, wie er auch im Radpanzer Fuchs Verwendung findet, stieß auf großes Interesse bei den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Gewerbebau. "SeatTec"-Geschäftsführer Siegfried Blaß (Fünfter von links) verriet auch, was er für einen solchen Sitz verlangen kann: etwa 1500 Euro. Bild: Huber

Wer in einem Bugatti das Radio aufdreht oder die Klimaanlage regelt, benutzt dazu Teile, die in Amberg hergestellt wurden. In einer kleinen, aber feinen Firma im Industriegebiet Nord.

Das erfuhren die Mitglieder des Aufsichtsrates der Gewerbebau, als sie am Dienstag die Firma "SeatTec Sitztechnik" besichtigten. Beim neuen Bugatti kommen sogar noch mehr Bestandteile aus Amberg, wie "SeatTec"-Geschäftsführer Siegfried Blaß erläuterte: Das Dachmodul etwa, in dem das Licht für den Innenraum erzeugt wird, oder der Außenspiegel mit dem kleinsten Außenblinker der Welt.

Namensgebend waren bei "SeatTec", das 2009 in Kümmersbruck mit fünf Mitarbeitern startete und heute 14 Beschäftigte hat, aber die Sitzsysteme für militärische Anwendungen, die speziell für geschützte Fahrzeuge - vom Jeep bis zum Panzer - entwickelt werden. Die mehrfachen Schaumlagen der Polsterung müssen hier strengen Minenschutz-Vorgaben entsprechen.

"Da werden bei den Tests die mit unseren Sitzen bestückten Fahrzeuge auch schon mal in die Luft gesprengt", erzählte Blaß. Im Rüstungssektor müsse man derzeit aber mehr auf ausländische Kundschaft setzen, da sich im Bundeswehr-Bereich nicht viel tue.

Das dritte Standbein der Firma ist der Vorrichtungsbau. Dabei geht es um Montage und Fügehilfe für diverse Teile, die prozesssicher verbunden werden. "Es soll ja ein Teil wie das andere aussehen", nannte Blaß die Idee dahinter, die er am Beispiel der Mittelarmlehne eines Grammer-Sitzes demonstrierte.

Die Sitzung des Gewerbebau-Aufsichtsrates wurde laut OB Michael Cerny bei "SeatTec" abgehalten, "um auch einmal die Arbeit der Gewerbebau als unserem Wirtschaftsförderer in der Praxis sehen zu können". An diesem Standort in der Wernher-von-Braun-Straße war vor einem Jahr die Evelyn-Glashütte in die Insolvenz gegangen. Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik hatte das Areal Siegfried Blaß angeboten, der nach eigener Aussage gleich angetan davon war und nach einer intensiven Renovierung am 1. Juli mit seiner Firma dort einzog.
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