Mittäterinnen im Nazi-System
Auch Frauen wurden Monster

"Ach Hus", es wird böse mit dir enden. Das Stück über den tschechischen Reformer ist Teil des Herbst- und Winterprogramms beim Evangelischen Bildungswerk. Bild: Huber

Was brachte ganz normale Frauen dazu, sich zu Aufseherinnen in einem KZ-Außenlager ausbilden zu lassen? Und wie können die Religionen friedlich zusammenleben. Das Evangelische Bildungswerk (EBW) hat die Antworten.

Islam, Judentum, Jesiden - wie soll man die verschiedenen Religionen einordnen? "Luther und die anderen Religionen - Toleranz und Intoleranz" - unter diesem Titel geht der Islambeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche, Dr. Rainer Oechslen, im Herbst- und Winterprogramm des EBW dieser und anderen Fragen nach - und zwar am Mittwoch, 8. Oktober.

Wie können die verschiedenen Generationen in einer älter werdenden Gesellschaft sinnvoll zusammenleben? Die Frage enthält reichlich Sprengstoff. Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen, engagiert sich für zukunftsweisende Modelle und legt unter dem bezeichnenden Titel "Grau ist bunt" darüber Rechenschaft ab (5. November).

In unmittelbarer Nachbarschaft der Oberpfalz war im 15. Jahrhundert der böhmische Reformator Jan Hus zugange. 2015 jährt sich zum 500. Mal seine Verbrennung auf dem Konzil zu Konstanz. "Ach Hus", unter diesem Titel geht ein Bühnenspiel von Franz Gundler den Spuren dieser Figur nach (28. September).

Frauen im Nazi-System - diesmal nicht als Opfer, sondern als Mittäterinnen. Wie kamen Frauen dazu, aus einfachen Arbeiterinnen etwa zu SS-Aufseherinnen in einem Nürnberger Außenlager "aufzusteigen"? Nadja Bennewitz, Historikerin aus Nürnberg, geht solchen bedrückenden Fragen nach (12. November).

Armutszuwanderer in unserem Sozialsystem? Die Gegenperspektive bietet ein Film- und Gesprächsabend zur "Interkulturellen Woche" mit zwei Kurzfilmen. "Deutschlands neue Slums" zeigt auf, wie sich "honorige" Unternehmen in Deutschland mit der Ausbeutung bulgarischer Arbeiter eine goldene Nase verdienen (25. September).

Die Oberpfalz gehört zu den Gegenden in Bayern, in denen rechtsradikale Umtriebe immer wieder irrlichtern. Birgit Mair von einem sozialwissenschaftlichen Institut in Nürnberg geht diesem bedrohlichen Thema unter dem Titel "Neonazismus und Rassismus in der Oberpfalz. Neuere Erscheinungsformen und Handlungsstrategien dagegen" nach (16. Oktober).

Auf neues Gelände wagt sich das Evangelische Bildungswerk mit einigen Veranstaltungen, die auch durch die Übersetzung in die Gebärdensprache für gehörlose Menschen zugänglich sind. Daneben führen zwei in diesem Bereich arbeitende Pfarrerinnen, darunter Heidrun Bock aus Amberg, in die ganz eigene Welt gehörloser Menschen und in ihre Kommunikationsmöglichkeiten ein (10. November).

Darüber hinaus bietet das EBW-Programm etliches für die Gesundheit wie einen Qigong-Kurs (ab 6. Oktober) oder Oasentage für Körper, Geist und Seele (17. bis 19. November). Wie immer sind Handwerk und Kunstwerk breit vertreten - von der Produktion von Pralinen und Schokolade bis zu "Körperbutter".

"Frauen pilgern gemeinsam", diesmal zwischen Kümmersbruck, Mariahilfberg und Paulaner. Sich auf dem Weg austauschen, die Heimat besser kennenlernen, gemeinsam essen, auf der Vilsplätte schippern - ausdrücklich offen auch für gehörlose Frauen, es steht eine Dolmetscherin zur Verfügung (3. Oktober).

Der Rolle von Frauen in der Reformation geht eine Ausstellung auf Schloss Rochlitz in Sachsen nach. Wer daran Gefallen findet und auch noch ein Konzert im Gewandhaus in Leipzig besuchen möchte, ist eingeladen, sich einer zweitägigen Reise mit Günter Heyer anzuvertrauen (18./19. Oktober).

Für Teilnehmende, die mehrere Veranstaltungen für sich entdecken, lohnt sich ein Hörerausweis zum Preis von 20 Euro, der zu ermäßigtem Eintritt berechtigt. Die Programme liegen in Sparkassen, Banken, Arztpraxen, Rathäusern und anderen öffentlich zugänglichen Stellen auf. Weitere Infos erteilt das Evangelische Bildungswerk, Telefon 49 62 60, Mail: info@ebw-amberg.de.
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