Mittelschulen schärfen ihr Profil

Rede und Antwort standen beim gut besuchten Elterninformationsabend im ACC neben dem Leiter des Staatlichen Schulamts Peter Junge Wolfgang Meier (Schul- und Sportamt der Stadt), Schulrätin Beatrix Hilburger, Schulamtsdirektor Heinrich Koch, Wolfgang Dersch (Referatsleiter Schulen), Bürgermeister Martin Preuß (alle von rechts) und die Rektoren der drei Amberger Mittelschulen. Bild: hae

Die Amberger Mittelschulen erfinden sich nicht neu, aber sie bündeln ihre Kräfte. Und zwar, indem sie ab September Doppelstrukturen vermeiden und damit ihre eigenen Profile weiter schärfen können.

Bereits 2010 hatte die Stadt als eine der ersten Kommunen in Bayern für ihre Hauptschulen den Verbund Amberg geschaffen, damit alle Jungen und Mädchen von Dreifaltigkeits-, Luitpold- und Ammersrichter Schule sowie der Hauptschule Ursensollen das gesamte Spektrum der neugeschaffenen Mittelschule in Anspruch nehmen konnten. Stadt und Staatliches Schulamt hatten nun zu einem Elterninformationsabend ins ACC eingeladen, bei dem die Dreifaltigkeits-, die Luitpold- und die Ammersrichter Mittelschule neben den überall vorhandenen Angeboten auch ihr eigenes Profil ab September vorstellten.

"Amberg ist eine Schulstadt", betonte Wolfgang Dersch, Leiter des Referats für Kultur, Schulen und Sport, und brachte damit zum Ausdruck, dass sich die Stadt ihrer Verantwortung als Sachaufwandsträger bewusst ist. •

Bodenhaftung in Ammersricht

Rektor Siegfried Seeliger von der Grund- und Mittelschule Ammersricht legt den Schwerpunkt auf die starke "Bodenhaftung" seiner Schule. Neben den Regelklassen prägten mit der Praxisklasse 9P und der Berufsorientierungsklasse B10k zwei besondere Unterrichtsangebote sein Haus. In der 9P werde vor allem Schülern mit größeren Wissensdefiziten ab der achten Jahrgangsstufe die Möglichkeit geboten, durch große Praxisorientierung und Theorieentlastung trotzdem noch zu einem Hauptschulabschluss zu kommen.

Mit der Berufsorientierungsklasse hätten die jungen Leute nach dem HS-Abschluss ohne Ausbildungsplatz die Chance zum "Quali" und eine deutlich gesteigerte Ausbildungsreife. Ergänzt werden solle das neue Profil außerdem mit der Zertifizierung als Inklusionsschule ab kommendem Schuljahr.

Regelklasse nicht mehr überall

Für die Dreifaltigkeits-Mittelschule wird es ab September keine Regelklasse in Jahrgangsstufe 5 mehr geben. Im Gegenzug wird die gebundene Ganztagsschule auch in der 7. Klasse aufgebaut. Rektor Jürgen Bomertl ging besonders auf die gebundene Ganztagsschule ein. Wesentlich dafür ist nach seinen Worten, dass Unterricht, individuelle Förderung, Freizeitangebote und Hausaufgaben in einen rhythmisierten Tagesablauf von 8 bis 16 Uhr untergebracht werden. Somit ergebe sich mehr Zeit zum Lernen mit festgelegter Lern- und Übungszeit und mit betreuter "Hausaufgabenphase". Die Eltern würden dadurch von den schriftlichen Hausaufgaben entlastet. Der Erwerb von sozialen Kompetenzen beim gemeinsamen Mittagessen oder bei der Teilnahme von Arbeitsgemeinschaften stärkt die Persönlichkeit, schilderte Bomertl, das alles ist natürlich nur möglich durch eine höhere Zuweisung von Lehrerstunden. Sie kämen auch dem Fachunterricht durch eine überdurchschnittliche Differenzierung zugute.

Mit Übergangsklasse

Für die Luitpoldschule und deren Leiterin Karin Jakob-Witteler bedeutet die Strukturänderung, dass künftig dort Regelklassen, die M-Züge für den Mittleren Bildungsabschluss, aber stufenweise keine Klassen für die gebundene Ganztagsschule mehr beheimatet sind. Neben dem Schwerpunktangebot an Klassen für den Erwerb des Mittleren Bildungsabschlusses ist auch eine Übergangsklasse zur Eingliederung von Schülern mit Migrationshintergrund eingerichtet. Zusätzlich sei eine Jugendsozialarbeiterin zur Beratung und Unterstützung an der Schule tätig.

Das Angebot der Mittelschulen wurde abschließend durch die Vorstellung der privaten Montessori-Schule ergänzt. (Hintergrund)
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