Mortorradclub Amberg sucht neue Mitglieder
Moosbüffel auf zwei Rädern

Das ist der harte Kern der Moss Buffalo Bikers (von links): Heiko Zimmermann, Stefan Walter, Manuela und Hans Letz, Monika Stich und Jürgen Hübner vor dem Vereinslokal, dem Pirkstüberl am Eisberg. Bild: Hartl
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
30.04.2015
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Wenn Heiko seine schwere Harley anwirft, dann zittert die Luft. Aber Heiko Zimmermann ist kein Rocker, er ist ein Moosbüffel - ein offen bekennender dazu. Wie Hans und Manuela Letz, Jürgen Hübner, Monika Stich oder Stefan Walter auch.

"Motorradclub aus Amberg sucht noch Mitglieder", stand in der Amberger Zeitung zu lesen. Das wäre noch nichts Ungewöhnliches. Doch eine der Kriterien für die Aufnahme in die Interessengemeinschaft ist das Alter der Bewerber: Sie sollten mindestens 45 sein - nach oben gilt keine Beschränkung. Da wird es Zeit, sich die Leute mal näher anzuschauen.

Es wird viel gelacht an diesem Sonntag im Pirkstüberl im Eisbergviertel. Das Nebenzimmer der gemütlichen Gaststätte ist gleichzeitig Vereinslokal der Moss Buffalo Bikers, der Moosbüffel auf zwei Rädern. Moosbüffel, so viel sei kurz erklärt, ist die "offizielle" Bezeichnung für einen Oberpfälzer im fränkischen Teil unseres Freistaats. Doch es sind keineswegs nur "Eingeborene", die sich treffen, um auf zwei Rädern durch die nähere und fernere Umgebung zu tuckern.

Gerast wird nicht

Denn gerast wird bei den Moosbüffeln nicht. "Wenn ich das will, dann gehe ich auf die Rennstrecke", sagt Stefan Walter, mit 48 der Jüngste in der Runde. Es wird aber auch nicht gekrochen, das machen die Moss Buffalos deutlich. "Wir geben zwischendrin schon auch mal Gas", sagt Jürgen Hübner, der einen schweren Japaner fährt. Aber eben alles in Maßen. Auf die Anzeige in der Zeitung hätten sich auch einige Leute gemeldet, die bereits in anderen Motorradclubs waren, erzählt "Clubchef" Hans Letz. "Die hat dort vor allem gestört, dass die immer so losheizen."

Rund 20 Interessenten haben sich auf die Annonce gemeldet, wenn sechs bis acht von ihnen dabeibleiben, ist das schon ein schöner Erfolg, sagt Hans Letz. Am Tag zuvor war Ausfahrt mit einigen von den Neuen, mit neun Motorrädern gab das bereits einen ansehnlichen Pulk. Gefahren wird zum Spaß, man schaut sich was an, isst gemeinsam oder trinkt einen Kaffee. Aber niemals Alkohol, das ist eisernes Gesetz. "Entweder ich saufe - oder ich fahre Motorrad", ist die von Hans Letz ausgegebene Devise.

Reiseleiter der munteren Truppe ist meist Heiko Zimmermann, im zivilen Leben Lokführer. Er bereitet die Fahrten akribisch vor, sucht Sehenswürdigkeiten aus oder schaut, wo Motorradfahrer willkommen sind. "In den 80er-Jahren, da haben Biker schon mal keine Zimmer bekommen, weil Motorradfahrer einen ganz schlechten Ruf hatten." Das ist längst vorbei. Heute fährt vom Professor bis zum Hartz-IV-Empfänger beinahe jeder Motorrad.

Fahrt an den Gardasee

Einmal im Jahr geht es dann auf große Fahrt. Heuer zum Beispiel für drei Tage an den Gardasee. Über die Autobahn zunächst und dann die alte Brennerstraße hoch, ein wahres Dorado für Motorradfahrer. Wie auch die berühmt-berüchtigte Kesselbergstrecke zwischen Kochel- und Walchensee oder das Altmühltal. "Aber da kannst du ja praktisch jeden Tag fahren."

In den Wintermonaten fahren die Moosbüffel aus Amberg übrigens nicht. Dann treffen sie sich einfach zum Kegeln. Schließlich verbindet sie inzwischen mehr als nur das gemeinsame Hobby. Doch jetzt wollen die Moosbüffel kurz noch essen und dann geht es wieder auf Tour. Heiko lässt schon mal die Harley brüllen.
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