Motörblöck feiert 20 Jahre Bühnendasein
So laut dröhnt der Motör

Laut, Heavy Metal, Motörblöck: Die Band spielt ausschließlich Musik der englischen Kultband Motörhead. Deren Frontmann Lemmy Kilmister feiert heuer 70. Die Amberger haben in diesem Jahre ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Bild: hfz

Alt ist er geworden. Der grimmige Typ aus England, Kopf und Gründer der Band Motörhead, Ian Fraser "Lemmy" Kilmister. 70. Geburtstag feiert er heuer. Seine Band gibt es immer noch. Nicht ganz so viele Jahre auf dem Buckel hat Motörblöck, die oberpfälzische Version von Motörhead. Aber es sind immerhin schon 20 Jahre Bühnendasein.

Eine große Rock'n' Roll-Show feiern deshalb Helm Roppert (46), Bassist und Lemmy der Band, Gitarrist Rainer Leist (43) und Schlagzeuger Markus Jobst (42) - alle Gründungsmitglieder - am Samstag, 7. März, im Casino-Saal. Die Amberger Band ist die nach eigenen Angaben älteste Motörhead-Tribute-Band Deutschlands. Die Alben der britischen Vorbilder wie Overkill, Bomber (beide 1979) und Ace of Spades (1980) gelten als wegweisend für den Heavy Metal.

Warum entstand Motörblöck?

Markus Jobst hat bei mir genächtigt, irgendwo spielte am Abend vorher eine Band, oder wir waren auf einer Kirwa, wo eine Cover-Band aufgetreten ist. So genau weiß ich das gar nicht mehr. Allerdings haben wir in der Früh beschlossen, wir machen auch so was.

Zwischenzeitlich überlegten wir, welche Band es sein sollte, die wir covern wollen. Wir waren erst bei Bad Religion, dann haben wir uns auf Motörhead festgelegt. Und dann haben wir gleich ausgemacht, wer dabei sein sollte und die anderen vor vollendete Tatsachen gestellt.

Am Abend haben wir die ersten Lieder am Biertisch ausgemacht. Die anderen waren schon ein bisschen erfahrener. Ich habe damals gerade ein Jahr Gitarre gespielt.

Ab wann wurde es euch ernst mit der Band?

Motörblöck war lange keine ernste Angelegenheit.

Wir haben zum Teil kurz vor dem Auftritt noch geprobt.

Erinnert ihr euch an den ersten Auftritt?

Das war 1995 im Sowieso. Als unser vierter Mann Stephan Meiler beim Soundcheck seine Gitarre bedient hat, war sein erster Kommentar: Leck mich am A.... ist das laut.

Ja stimmt. Die Lautstärke war am Anfang das Maß aller Dinge. Motörhead bezeichnete sich selbst lange als die lauteste Band der Welt. Genauso wollten wir auch sein.

Was ist eigentlich eine Tribute-Band?

Eine Cover-Band spielt die Lieder bloß nach. Eine Tribute-Band versucht so nah wie möglich am Original zu sein. Ursprünglich waren wir zu viert. Nach dem Zehnjährigen hörte unser Gitarrist Stephan Meiler auf. Danach machten wir - getreu dem Original - zu dritt weiter.

Wann war der Zeitpunkt, an dem allein laut sein euch nicht mehr reichte?

Na ja, man kann ja nicht aus z'Fleiß schlecht spielen. Im Laufe der Zeit entwickelte jeder einen Ehrgeiz, besser zu werden. Je mehr man sich mit der Musik beschäftigt, umso mehr Erfahrung bekommt man und umso besser wird man.

Unser Ziel war ja eben auch, das Original zu imitieren. Allerdings erwartet unser Publikum zum Beispiel, dass sich das Lied bei einem Konzert so anhört wie auf der Motörhead-Platte. Das macht Motörhead selber logischerweise anders. Da fragt man sich manchmal: Was spielen die da eigentlich für ein Lied?

Wie oft habt ihr die Band schon live gesehen?

Bestimmt 25 bis 30 Mal. Ich schaue Lemmy aber mittlerweile mit den Augen des Nachahmers an, zum Beispiel welche Bewegung er wie macht. Allerdings bewegt er sich fast überhaupt nicht mehr.

Ehrlich gesagt muss ich sie jetzt gar nicht mehr sehen. Die großen Zeiten von Motörhead sind vorbei. Das ist kein Vorwurf. Sie sind einfach alt geworden.

In 20 Jahren habt ihr "legendenbildende Zeiten" erlebt. Erzählt doch mal eine Legende ...

Na ja, dazu gehört das, was alle erleben, die Musik machen. Es hat viel mit Party zu tun. Ein Beispiel wäre zum Beispiel ein Auftritt in Auerbach. Der Veranstalter stellte jeder Band zwei bis drei Kisten Bier und nochmal so viel Wasser oder Limo hin.

Du musst aber dazusagen, dass wir um fünf Uhr da sein sollten. Und wir braven Buben waren auch um fünf Uhr da.

Was wir nicht wussten war, dass wir als Headliner spielen sollten. Also erst um halb zwei Uhr nachts auf der Bühne standen. Und als die anderen ihr Bier gegen unser Limo tauschen wollten, waren wir total offen dafür. Uns ist dann später gesagt worden, dass der Auftritt absolut noch in Ordnung war. Allerdings kann ich mich daran erinnern, dass ich mein Effektgerät während des Auftritts nicht mehr bedient habe, weil ich dabei kurzfristig auf einem Bein hätte stehen müssen. Das wäre nicht mehr gegangen.

Was bedeutet euch die Band?

Musik ist das Hauptthema in meinem Leben. Metal, Rock, Punk ist ein Lebensgefühl - ohne würde nicht gehen. Für mich ist es ein Ventil wie für andere der Sport. Die Musik an sich, nicht nur die Band, ist mehr als ein Hobby, es ist eine Lebenseinstellung.

Was bedeutet euch Erfolg?

Ja, es gab mal eine Zeit, da haben wir mit Bands wir D.R.I., Tankard oder die Apokalyptischen Reiter gespielt. Aber nicht, weil wir das wollten, das hat sich ergeben.

Mit einer Motörhead-Tribute-Band kann man nicht so erfolgreich sein wie wenn man AC/DC spielen würde. Das ist eben nicht die klassische Party-Band.

Wir machen Musik, weil wir daran Spaß haben und nicht, weil wir auf Biegen und Brechen vor 1000 Leuten spielen wollen.

Weiß Lemmy, dass es euch gibt?

Wir waren mal auf der Homepage von Motörhead unter den Tribute-Bands aufgeführt. Ich behaupte sogar, dass wir die älteste Motörhead-Tribute-Band in Deutschland sind. Vielleicht sogar in Europa.

Lemmy müsste sogar ein T-Shirt von uns haben. Ein Freund von uns hat es in Fürth auf die Bühne geschmissen und ein Roadie hat es aufgehoben.

Wollt ihr Motörhead mal treffen?

Vielleicht sollte ein bisschen Mythos erhalten bleiben. Wir wissen, dass sie sich sehr abschotten. Sie wollen ihre Ruhe haben.

Rainer, Du hast auf dein Shirt "No nice guy" drucken lassen ... - gehört so etwas zum Heavy-Metal-Klischee?

Jeder von uns hat einen anderen Spruch hinten drauf. Ich habe nach einem passenden für mich gesucht. Und den fand ich irgendwie gut - weil ich so ein greislicher Kerl bin (lacht). Natürlich passt er auch ins Klischee. Wenn wir uns schon den Klischees bedienen, dann richtig.

Was erwartet die Zuschauer zum 20-Jährigen?

Das wird ein längeres Programm. Wir machen was ganz besonderes. Unser Ex-Gitarrist spielt mit, unsere Freunde von Special Gue$t und Frantic. Außerdem gibt es eine Lightshow. Unsere Fans haben sich schon angekündigt. Sie kommen aus Österreich, Schweinfurt, Schweiz und aus Amberg sowieso.

So einen Aufwand haben wir noch nie für ein Konzert betrieben. Und wir machen es auch für uns.
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