Mozarts letztes Werk

Die Chorgemeinschaft bei einer Sonderprobe zur Vorbereitung des Konzerts am kommenden Sonntag in der Ammersrichter Kirche. Bild: hfz

Mozarts 1791 entstandene letzte Komposition, sein unvollendetes Requiem in d-moll, steht bis heute im Ruf eines geheimnisumwitterten Werkes. Um seine Entstehung ranken sich altvertraute Anekdoten.

Am Volkstrauertag, 15. November, bringt die Amberger Chorgemeinschaft um 17 Uhr in St. Konrad in Ammersricht das Requiem zur Aufführung. Karten für 18 beziehungsweise 14 Euro gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Info am Hallplatz und auch noch an der Abendkasse in der Kirche.

Vier namhafte Solisten konnten für die Solopartien gewonnen werden: Evelyn Ertl von der Staatsoper München, Adelheid Lang sowie die beiden Konzertsänger Rüdiger Husemeyer und Thomas Wittig. Adelheid Langs warmer Mezzosopran ist dem Amberger Publikum bereits vertraut, und der Tenor Rüdiger Husemeyer fiel schon vor einigen Jahren bei der Aufführung der "Schöpfung" mit seiner leichten, geschmeidigen und sicheren Stimmführung sowie mit seiner auf das Werk gerichteten Ausdrucksstärke und sehr guten Textverständlichkeit auf. Auch der Bassist Thomas Wittig kann auf eine lange und mit Preisen gekrönte Karriere als Sänger zurückblicken. So hatte er unter anderem Engagements am Theater Gera und am Hans-Otto-Theater Potsdam und war 1. Preisträger bei internationalen Wettbewerben in Sofia und Paris. Das Sinfonieorchester der Berufsfachschule für Musik (Sulzbach-Rosenberg) übernimmt den instrumentalen Part. Die Leitung hat Dieter Müller.

Neue Märchen

Eine der Anekdoten, von denen anfangs die Rede war, ist diejenige des historisch überlieferten "unbekannten Boten", der Mozart mit dem anonymen Kompositionsauftrag einer Seelenmesse das drohende Unheil des eigenen Todes übermittelt haben soll. Auch den schon früh nachweisbaren Vermutungen über eine Vergiftung Mozarts durch den eifersüchtigen Widersacher Antonio Salieri gesellen sich bis in die jüngste Zeit neue Märchen hinzu.

Tröstliches Werk

Mozart wusste allerdings, wer der Auftraggeber war: Graf Walsegg, der das Werk zum Gedenken an seine verstorbene junge Frau aufführen lassen wollte. Da Mozart mit der Komposition "Die Zauberflöte" und "La clemenza di Tito" beschäftigt war, konnte er erst mit zeitlicher Verzögerung mit der Arbeit an dem Requiem beginnen - zu spät, wie man weiß. Mozart starb am 5. Dezember 1791, ohne die Kompositionsarbeiten an der aufgetragenen Seelenmesse abgeschlossen zu haben.

Bei aller persönlichen Sicht des Todes und des Schuldbewusstseins ist Mozarts Requiem durchaus ein liturgisch ausgerichtetes, in seiner Jenseitshoffnung tröstliches Werk. Die Aufführung am Sonntag in St. Konrad ist dem zu Beginn des Jahres gestorbenen Gründungsmitglied der Amberger Chorgemeinschaft, Horst Hörmannsdorfer, sowie allen anderen verstorbenen Mitgliedern gewidmet.
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