Müssen müssen will da keiner

Froh sein kann, wer im FC-Stadion nicht muss. Unter der Haupttribüne ein Pinkelraum, der jeder Beschreibung spottet, davor zwei Dixi-Klos, daneben ein WC-Container, der wegen des fehlenden Kanalanschlusses noch nicht benutzt werden kann. Bild: Huber

Die Sache stinkt zum Himmel. In diesem Fall passt die Redensart wie die berühmte Faust aufs Auge. Es geht um die Toiletten im FC-Stadion. Am Samstag traf sich die Stadtratsfraktion der CSU zur Klobesichtigung. Und ging nicht unter die Tribüne, weil es keinem zuzumuten gewesen wäre. Doch Besserung ist in Sicht. Und ein Kunstrasenplatz.

"Wichtig ist, dass wir das Thema nicht mehr auf die lange Bank schieben. Das muss im Frühjahr stehen", äußerte sich Fraktionschef Dieter Mußemann zum Dauerärgernis Toiletten. Wenn Frauen mal müssen, haben sie ganz schlechte Papiere (AZ berichtete). Für ein Behinderten-WC gibt es bisher "überhaupt keine Lösung", wie Wolfgang Gräf, Prokurist der Sportpark GmbH, bedauerte. Und die Männer - müssen sehr gut sein im Luftanhalten, wenn sie es wagen, in den katastrophalen WC-Raum unter der Haupttribüne zu gehen. Die zwei Dixi-Klos, die davor stehen, sind auch nicht das Gelbe vom Ei.

Bald kommt ein Kanal

Für Oberbürgermeister Michael Cerny ist die Toiletten-Problematik ebenfalls "einer der Knackpunkte". Die sanitären Anlagen auf Vordermann zu bringen, scheiterte bisher an der fehlenden Kanalisation. Nach der Regionalliga-Winterpause soll Anfang März alles besser sein. Die schon auf dem Stadiongelände vorhandenen WC-Container, die der FC bereits angeschafft hat, dürften bis dahin angeschlossen sein. Einen Kanal Richtung Dultplatz zu verlegen, werde kein großes Problem darstellen, sagte Tiefbauamtsleiter Norbert Füger, der am Samstag ebenfalls bei dem Ortstermin war. Was das genau kosten wird, ist noch nicht klar. "Wir machen jetzt mal eine Schätzung", so der Oberbürgermeister.

Wolfgang Gräf führte die CSU-Abordnung durch das Stadion. Er berichtete ihr, was mit den 150 000 Euro bisher geschehen ist und noch passieren muss, die der Stadtrat für die in der Regionalliga vom Bayerischen Fußballverband geforderte Sicherheit bereitgestellt hat. "Ziel wird es sein, dass wir bis zum Ende der Saison möglichst viel erledigen", sagte Gräf. Bisher seien 45 000 Euro ausgegeben worden.

Probleme über Probleme

Lang war die Liste mit dem, war noch im Argen liegt. So lasse auf der Gegengerade die Wasser- und Stromversorgung zu wünschen übrig. "Ein sehr großes Problem" ist laut Gräf die Fluchtweg-Thematik. Auf der Haupttribüne seien die Sitzschalen uralt, bei niedrigen Temperaturen breche schon mal eine Lehne weg. Das Funktionsgebäude ist "viel zu klein". Die vorgeschriebene Trennung der Heim- und Gastmannschaft sei ein Provisorium. Gräf sprach von "Zuständen, wo wir schon massive Beschwerden der anderen Vereine bekommen". Nicht vorzeigbar auch der Schiri-Raum: "Da kannst du normal keinen Schiedsrichter reintun."

Sicherheit an erster Stelle

Sanitätsraum: Gräf zufolge "Fehlanzeige". Dopingraum: eine Umkleide der Kegler müsse dafür herhalten. Auf dem Weg vom Kassenbereich zur Gegengeraden lauerten gefährliche Stolperfallen auf die Besucher. Noch einmal zum Strom: "Wenn richtig viel los ist, schnalzt uns die Sicherung raus", erzählte Gräf. Er kümmert sich nun mit den restlichen 105 000 Euro auch noch um eine neue Stadion-Beschallung, dazu möchte er in der Stadt Schilder haben, die den Weg zum FC-Stadion weisen. Vorrang hätten aber die sicherheitsrelevanten Dinge.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.