Musikgenuss und Hilfe vereint

Über je 3500 Euro freuten sich der Hospizverein und die Willmannschule (von links): Pia Renz, Monika Breunig, Norbert Knauer, Alfons Lindner, OB Michael Cerny und Siemens-Werksleiter Günter Jakesch. Bild: Huber

Man mag es fast nicht glauben, dass dieser Klangkörper nur aus Amateuren besteht, die Freude daran haben miteinander zu musizieren und damit auch noch Gutes zu tun. Zum zwölften Mal haben die Musiker des Siemens-Orchesters München verlassen und sind nach Amberg gereist, um im Stadttheater ihr traditionelles Benefiz-Konzert zu geben.

Mit Markus Elsner als bewährten Orchesterleiter haben die Musiker von der Isar diesmal ein rein russisches Programm zusammengestellt. Dabei haben sie zwei verschiedene Gattungen aus zwei verschiedenen Epochen so passend zusammengeführt, dass die beiden Teile bestens harmonierten. Die fünfte Sinfonie von Peter Tschaikowsky und das Violinkonzert von Aram Khatschaturian sind Werke, die für die Ausführenden höchst anspruchvoll sind.

Zauber beschworen

Dies schien nicht für Mario Korunic zu gelten, der mit seiner Violine den dem Werk innewohnenden Zauber beschwor. Gemäßigt moderne Töne brachte er in Einklang mit den folkloristischen Elementen und Anklängen an die national-russische Romantik des 19. Jahrhunderts, von denen dieses Violinkonzert zahlreiche enthielt.

In der ausladenden Kadenz im ersten Satz konnte er seine Virtuosität eindrucksvoll unter Beweis stellen. Damit riss er auch das Orchester mit, das sich dadurch ebenfalls zu Höchstleistungen anspornen ließ. Unter Peter Tschaikowskys Sinfonien ist es wohl die sechste, die als "Pathetique" bezeichnete, die als musikalisches Vermächtnis und in ihrem tragischen Duktus als persönlichstes Werk des Komponisten gilt. Markus Elsner und das Siemens-Orchester rückten mit ihrer Interpretation die fünfte Sinfonie ganz in die Nähe des populäreren Werks. In gemessenem Tempo, die dunklen Seiten betonend, erschloss sich diese Komposition durchaus als Vorgänger und Wegbereiter für das musikalische Testament Tschaikowskys.

Selbst der beschwingte dritte Satz, ein Walzer, spiegelt schon die düster-melancholische Stimmung, die Tschaikowsky in seinen letzten Lebensjahren immer öfter heimsuchten. Hier zeigte sich besonders die Tiefen ergründende Interpretation von Maestro Markus Elsner, der es wohl verstand, seelische Abgründe hörbar zu machen. Im "Allegro vivace" des Finalsatzes versuchten ein paar Individualisten im Orchester, die anscheinend eine andere Auffassung von Tempo und Lautstärke hatten als der Mann am Pult, dem Konzert noch ihre persönliche Note zu geben.

Fulminantes Finale

Aber das gelang nur für eine minimale Zeitspanne, denn Markus Elsner reagierte sofort und wies ihnen energisch wieder ihre Rolle im Orchester zu, so dass die Sinfonie mit einem fulminanten Finale enden konnte, das die Zuhörer und Zuhörerinnen zu lautstarken Ovationen hinriss,

Den stürmischen Beifall honorierte das Siemens-Orchester mit einem Walzer aus Peter Tschaikowskys Ballett "Dornröschen" als Zugabe. Und die Herren an den Hörnern begleiteten das Publikum mit "Guten Abend, gute Nacht" hinaus auf den Heimweg.
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