Musikkabarettist Helmut A. Binser gastiert beim Kirwaverein Ammersricht - "Wegziehen oder ...
Mit einem "Muh-Refrain" im Kuhstall

Bayerischer, bitterböser Humor, begleitet von Gitarre und Quetschn: Helmut A. Binser im Kirwastodl in Ammersricht. Bild: hfz
Für den gebürtigen Oberpfälzer Helmut A. Binser, der vom Ammersrichter Kirwaverein (Kirwari) für die Reihe Kultur im Kuhstall eingeladen wurde, war es eine Art Heimspiel. Auf lustige Art erzählte der Musikkabarettist in seinem Programm "Ein Stück heile Welt" von seiner Heimat Runding im Landkreis Cham. Die Oberpfalz sei das Land, das jeden vor die Entscheidung "Wegziehen oder saufen" stelle, sagte er. Ihm gefalle es nach wie vor, hier zu leben.

Kein 60er-Fan

In der Geschichte "Der Tag danach" berichtet Binser von Abenden, nach denen man sich verspricht, nie wieder Alkohol zu trinken. Im Lied "Phantasie" geht es zum Beispiel darum, welche Personen oder welches Verhalten den Kabarettisten aggressiv machen und was er mit solchen Leuten am liebsten anstellen würde. Durch Witze wie "Der Unterschied zwischen einem 60er-Fan und einen Lehrling ist der, dass der Lehrling später noch Meister werden kann", machte Binser keinen Hehl daraus, dass er Bayern-München-Fan ist.

Ob pubertierende Jugendliche, Politik oder Religion, kein Thema ließ der Kabarettist aus. So erzählte Binser unter anderem von seinen zwei schneeweißen, kastrierten Katern Franziskus und Benedikt und seinem alten Schulfreund Berti, der in der damaligen Zeit nicht wie heutzutage gemobbt, sondern einfach nur fertiggemacht wurde. Auch später hatte es Berti nicht leicht im Leben. Allerdings hätte er es ohne seine Freunde wohl nicht zum stellvertretenden Abteilungsleiter in der Anti-Mobbing-Stelle gebracht. Das Publikum bezog Binser immer wieder mit ein. Einem jüngeren Zuschauer, der gerade Flöte lernt, erklärte der Rundinger zum Beispiel, dass man täglich drei Stunden proben müsse, um einmal in einen Profi-Orchester spielen zu können. Wenn man hingegen nur etwa 15 Minuten in der Woche übt, stehe man später einmal alleine auf der Bühne, was allerdings wesentlich rentabler sei.

Frauen meistens schlauer

Beim "lustigen Tierlied" sollten die weiblichen Zuschauer erraten, um welches Geschöpf es in der jeweiligen Strophe geht. Die männlichen Zuschauer durften dafür das Geräusch des Tieres nachmachen. Diese Rollenverteilung komme dadurch zustande, dass Frauen meistens schlauer seien und Männer die besseren Schauspieler. Letztere müssten schließlich oft genug "besoffen nüchtern spielen". Bei der ersten Strophe, in der es um eine Kuh ging, war die Imitation der Männer sogar so gut, dass diese nicht von echten Rindviechern zu unterscheiden waren.

Gegen Ende des Auftritts gab es das "Lied an den UPS-Fahrer" zu hören. Weil Binser jedes seiner Stücke vor der Veröffentlichung seiner der englischen Sprache nicht mächtigen Mutter vorspielt, ist der nicht ganz jugendfreie Refrain dieses Liedes auf Englisch. Binser begeisterte die Zuhörer mit jedem seiner Werke in Ammersricht, so dass ihm der tosende Applaus der 200 Gäste im ausverkauften Kirwastodl sicher war.
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