Muslime "so offen wie möglich"

Interkulturelle Woche und Tag der offenen Moschee: Ahmet Yüksel (Dritter von rechts) war am Freitag als Gesprächspartner sehr gefragt. Bild: Steinbacher

Philipp Muckley kam eher zufällig in die Fronfestgasse. Der Präsident des Service-Clubs Rotaract war eigentlich auf dem Weg zu einem privaten Termin, als ihn der Geruch der Lamm-Spieße, von schwarzem Tee und eine fremde Sprache neugierig machten.

Drinnen, im Inneren der Moschee, hatte der Amberger in Ahmet Yüksel rasch einen Ansprechpartner gefunden. Der Familienvater ist Vorstandsmitglied der Türkisch-Islamischen Gemeinde, die am Tag der Deutschen Einheit ihre Türen geöffnet hatte.

Neben landestypischen Spezialitäten wie Adana Kebap (Hackspieß), gab es am Freitag in erster Linie eines: Aufklärungs- und Informationsbedarf. Der Islam werde durch das brutale Vorgehen der Terror-Milizen weltweit in ein schlechtes, weil falsches Bild gerückt. Schuld seien auch die Medien, die für Isis den Namen Islamischer Staat benutzen, obwohl er mit dem wirklichen Islam nichts zu tun hat: "Wer hat sich das ausgedacht? Ihr macht damit mehr kaputt!", lautete Yüksels Meinung. Das Töten von Jesiden oder ausländischen Geiseln sei mit dem Koran nicht in Einklang zu bringen: "Wie wollen die das als Muslime rechtfertigen?" Spätestens ab diesem Zeitpunkt war Philipp Muckley klar, dass die Zeit vor seinem Termin nicht reichen würde, um sich von Ahmet Yüksel die Religion erklären zu lassen, die Türken mittlerweile in der dritten Generation in Amberg leben. Die Idee eines Islam-Vortrags bei Rotar-act war folglich schnell geboren. "Ich würde mich freuen, wenn das klappt", sagte Muckley und erhielt von Yüksel eine freundschaftliche Antwort: "Kein Thema. Ich möchte das so offen wie möglich darlegen."
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