Mythos der Freiheit

Symbolhaft stehen klassische Western für Freiheit und Selbstbestimmung. Früher waren es große Kinofilme, jetzt sind es Erlebnisparks wie Pullmann City. Offenbar ist die Faszination für junge Menschen nicht an westliche Kulturkreise gebunden.

Eine kleine Gruppe junger Männer unternahm kürzlich einen für hiesige Verhältnisse ganz normalen Ausflug. Bis auf einen entscheidenden Unterschied, der diese Tour zu etwas Besonderem machte: Vier Jugendliche der Gruppe stammen aus Afghanistan und drei junge Männer aus Eritrea, sie sind zwischen 15 und 18 Jahre alt. Gemeinsam mit zwei Betreuern fuhren die Bewohner vom Haus Meilenstein, einer Einrichtung für junge Flüchtlinge des CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands) in Amberg, Richtung Bayerischer Wald.

Altstadt und Walhalla

Zuvor war jedoch schon einmal Station in Regensburg gemacht worden, um Eindrücke in der sehenswerten Altstadt zu sammeln. Ein kurzer Abstecher zur Walhalla war außerdem auf der Fahrt in den Bayerischen Wald noch drin. Am Nachmittag war dann endlich das eigentliche Ziel Pullmann City erreicht und schnell stellte sich heraus, dass das Treiben in der Westernstadt bei den Jugendlichen doch auf mehr Interesse stieß als mitteleuropäische Bauhistorie.

Barrieren überwunden

Das dort gebotene spannende Programm faszinierte schließlich alle Teilnehmer. Obwohl zunächst einige Skepsis geäußert wurde über die Schlafstätten im Zelt, war gerade die dadurch bedingte Nähe zur Nachbarschaft kontaktfördernd. Das Lagerfeuer am Abend mit einer anderen deutschen Jugendgruppe, Gespräche mit einer Familie aus Österreich und sogar ein Tänzchen mit einem Mädel im Saloon boten reichlich Raum sich untereinander und der neuen Heimat näher zu kommen.

Die lockere und ungezwungene Atmosphäre half, Sprachhemmungen und -barrieren abzubauen und ohne Druck erste Sätze in der neuen Sprache Deutsch zu üben. Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Passau, das wieder viele Sehenswürdigkeiten bot. So wurde viel bayerische Kultur in kurzer Zeit kennengelernt. Möglich wurde dieser Ausflug durch die finanzielle Unterstützung der "Stiftung Welten verbinden", einer Initiative des Diakonischen Werkes Bayern e.V. und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
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