Na, dann gute Nacht!
Glosse

Geht's um die Pflichterfüllung, fackelt ein wahrer Feuerwehrmann nicht lange. Dann lässt er alles stehen und liegen - manchmal auch die Klamotten. Unterhemd, Boxershorts und Badeschlappen müssen reichen, denkt sich unser junger Freund, nachdem ihn dieser Tage nachts um halb zwei Sirene und Funkwecker aus dem Tiefschlaf gerissen hatten. Voller Tatendrang rennt er hinaus in die kalte November-Nacht, öffnet die Garage, springt in das dort abgestellte MZF (für Feuerwehr-Laien: ein Mehrzweckfahrzeug) und braust zum Gerätehaus. Dafür hat er einen triftigen Grund: In der Sulzbacher Straße ist die Besatzung eines Rettungswagens in Not: Kabelbrand. Den BRK-Kollegen muss jetzt geholfen werden.

So geschieht es. Zufrieden kehrt der Feuerwehrmann nach Hause zurück, will in diesem Moment bloß noch unter die wärmende Decke schlüpfen. Indes: Das geht nicht. Auf dem Weg zum Einsatz hatte der Pechvogel versehentlich den Feuerwehrhaus- und nicht den Wohnungsschlüssel eingepackt. Deshalb steckt er nun selbst in Schwierigkeiten. Gut, dass es Kameraden gibt. Sie rücken an, um für ihren Kumpel die Kastanien aus dem Feuer holen. Mühen sich mit Kreditkarte und Eisenkeilen an der Wohnungstür ab. Sie bleibt hartnäckig und zu.

Da kommt dem armen ausgesperrten Tropf eine zündende Idee: wieder rein in den roten Feuerwehr-VW, schnell zum Haus der Mutter. Nur ein paar Kilometer ist die Lösung des Problems entfernt: der Ersatzschlüssel, der bei der Frau Mama hängt. Man kann sich ihr Gesicht lebhaft vorstellen, als der Sohn sie aus dem Bett klingelt. Zur Abrundung vielleicht noch den Originalton des Buben: "Die dachte, ich spinn, als ich um halb vier im Schutzanzug vor ihrer Tür stand und gesagt hab: ,Ich hab mich ausgesperrt!'"

juergen.kandziora@zeitung.org

Polizeibericht Viviane Hobusch ist wieder daheim

Amberg. Viviane Hobusch ist wieder da. Am Ende war die 14-Jährige, nach der die Polizei gefahndet hatte, nur ausgebüxt und hatte sich bei einem Freund in Würzburg versteckt. Dank der öffentlichen Fahndung hatte ein ehemaliger Lehrer mitgeteilt, der Schülerin im Zug nach Nürnberg begegnet zu sein. Ein weiterer Zeuge sah sie anschließend als Anhalterin an der Autobahn in Richtung Würzburg. Folgerichtig vermutete sie die Polizei bei ihrem Würzburger Freund, wo sie schließlich aufgegriffen wurde. Sie wurde inzwischen zu ihrer Mutter zurückgebracht.
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