Nach 22 Jahren eigene Räume

Die Beratungsstelle gilt künftig als zentraler Anlaufpunkt in der Lebenshilfe an der Friedrich-Ebert-Straße. Bilder: Hartl (2)

Architekten, die zaubern können, Mitarbeiter mit Blick für das Detail und Vorgesetzte, die Handlungsbedarf erkennen: Bei der Einweihung der neuen Räume für die Offene Behindertenarbeit der Lebenshilfe an der Friedrich-Ebert-Straße hatte man schnell das Gefühl: Hier wird mit Herzblut gearbeitet.

Auf rund 240 Quadratmetern entstanden renovierte Räume mit Wohlfühlatmosphäre sowie ein neuer Anbau, in der die Beratungsstelle untergebracht ist. Für letztere investierte die Lebenshilfe laut Vorsitzendem Eduard Freisinger insgesamt 150 000 Euro. Die Renovierung nahm 336 000 Euro in Anspruch. "Aus einem kleinen Büro wurde eine große Einrichtung."

Die Offene Behindertenarbeit (OBA) der Lebenshilfe gibt es seit 22 Jahren, zum ersten Mal allerdings jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle für die Gruppenarbeit, dort, wo vorher die Frühförderstelle untergebracht war. Bisher seien die einzelnen Kurse an unterschiedlichen Orten abgehalten worden, informierte Leiterin Hildegard Legat. Künftig könnten die Stunden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den eigenen vier Wänden über die Bühne gehen. Auch die Tag-und-Nacht-Betreuung werde ausgebaut. Das bisherige Angebot erstreckte sich über fünf Wochen im Sommer. Künftig solle eine Betreuung auch am Wochenende möglich sein. Neu ist die Beratungsstelle unter der Leitung von Julia Reinhardt. Hier können sich Mitarbeiter der Lebenshilfe, Angehörige von Behinderten oder Menschen mit Handicap kostenlos Unterstützung holen. "Das Angebot existiert seit Februar 2014 und wird sehr gut angenommen", sagte Reinhardt. Architekt Christian Eberhardt, der gemeinsam mit Andreas Daller und der Planungsgesellschaft Eisenreich, Pirkl und Weigl für die Umsetzung des Projekts zuständig war, blickte auf die Bauphase zurück. 20 Firmen seien an dem Um- und Neubau beteiligt gewesen, für den zunächst nur "rausweisseln" angedacht gewesen sei. Im Laufe der Planungsphase habe sich herausgestellt, dass noch eine Beratungsstelle unterzubringen sei, was Eduard Freisinger zum Architekten mit "Ich hoffe, sie können zaubern", kommentierte. "Zaubern ist", konterte Eberhardt am Rednerpult, "wenn man in der Früh den geliebten Carport nicht mehr findet".

Am Ende des offiziellen Teils gaben die Geistlichen Roland Böhmländer (Paulanergemeinde) und Alois Berzl (St. Michael) den kirchlichen Segen für die Einrichtung. Für Musik sorgten Kerstin Weiß, Michael Fruth, Hermann Stadler und Dr. Gerhard Legat.
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