Nach dem Aufstieg der erste Sieg

Da war er platt: Michael Zippel (vorne) vom RSC Amberg gelangen zwar gegen Mitaufsteiger Tübingen 18 Punkte, doch im direkten Vergleich im zweiten Spiel der Regionalliga zogen die Amberger Rollstuhlbasketballer den Kürzeren. Bild: ref

Ein taktisches Foul kurz vor Schluss sollte die Rollstuhlbasketballer des RSC Amberg im Spiel gegen Tübingen noch einmal in Ballbesitz bringen - doch die Rechnung ging nicht auf.

Die Rollstuhlbasketball-Mannschaft des RSC Amberg ist mit zwei Spielen in die neue Saison der Regionalliga Süd nach dem Aufstieg aus der Oberliga Süd gestartet. Im ersten Spiel des Tages trafen die Amberger auf das Team aus Karlsruhe. Die Mannschaft um Spielertrainer Andreas Betzlbacher (4 Punkte im Spiel) störte von Anfang, mit seinen Flügelspieler Michael Zippel (24) und Christian Domeier (10), den Spielaufbau der Karlsruher.

Karlsruhe fand durch die Vorwärtsverteidigung der Amberger einfach nicht ins Spiel und schaffte es nicht innerhalb der Angriffszeit von acht Sekunden über die Mittellinie zu kommen, was Amberg immer wieder in Ballbesitz brachte. Amberg setzte im Angriff voll auf sein Kurzpass-Spiel und ließ den Ball zwischen den Spieler rotieren, so gelang es den Amberger Centerspielern Philip Vogel (22) und Roland Lerzer (15) sich unter dem Korb in gute Wurfposition zu bringen.

Die konsequent umgesetzte Taktik bedeutet für Amberg zur Pause die klare Führung mit 40:14. In der zweiten Hälfte wechselten die Amberger durch, ohne auch nur ansatzweise an Übermacht zu verlieren. Am Ende stand es dann 79:23 für Amberg.

In der zweiten Begegnung traf dann Amberg auf die Heimmannschaft aus Tübingen, die man schon auf den vorherigen Jahren kannte. Hier setzten die Amberger auf eine ganz andere Taktik, eine konsequente Zonenverteidigung. Das Spiel war von Anfang an auf einem hohem Level, keine der Mannschaften schenkte sich etwas. Amberg gelangen die ersten Punkte und lag nach fünf Minuten im ersten Viertel mit nur sechs Punkten in Führung. Bei einem Angriff der Tübinger wurde ein Lenkrad des Tübinger Center aus der Führung seines Rollstuhl gerissen und dieser war nicht mehr spielbereit. Den Ausfall des Tübinger Centers nutzte nun Amberg, um weiter in Führung zu gehen, aber es gelang einfach nicht, sich entscheidend abzusetzen (Pausenstand 33:24 für Amberg).

Danach erhöhten die Tübinger Spieler, die inzwischen den technischen Defekt beim Centerstuhl ihres Mitspielers behoben hatten, den Druck auf die Amberger. Diese konnten sich nicht mehr so wie zu Beginn des Spieles in Szene setzen, auch die Foulbelastung auf beiden Seiten machte sich bemerkbar, so dass immer wieder Spieler wegen Teamfouls an die Freiwurflinie mussten. Tübingen kam bis auf zwei Punkte heran.

Im letzten Viertel wurden dann nochmal die letzten Kräfte auf beiden Seiten mobilisiert. Eineinhalb Minuten vor Schluss lagen beide Mannschaften gleich auf, dann gelang es Tübingen noch einmal mit einem Dreier in Führung zu gehen. Die Spieluhr stand nun bei 40 Sekunden Restspielzeit. Ambergs Trainer nahm nochmal eine Auszeit, um seine Spieler auf die letzten Spielzüge einzustellen. Der RSC startete seinen Angriff, konnte aber nicht punkten, so dass Tübingen wieder in Ballbesitz kam.

Amberg war nun gezwungen, einen Tübinger Spieler zu foulen, damit dieser an die Freiwurflinie kam, um danach wieder in Ballbesitz zu kommen. Christian Schafberger machte das taktische Foul, aber der Tübinger traf beide Freiwürfe zum 57:51-Sieg.
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