Nach fast 20 Jahren: Die Vilsplätten müssen generalüberholt werden - 46 000 Euro Kosten
Vom großen Erfolg geplättet

Einsteigen und genießen: Seit zwei Wochen verkehren die Plätten auf der Vils zwischen Schiffgasse und Drahthammerkreuzung. Bild: Hartl
Die Vilsplätten haben sich zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt. Allein im vergangenen Jahr beförderten die beiden Kähne zwischen Schiffgasse und Gartenschaugelände mehr als 11 600 Passagiere. Ein Andrang, der Spuren hinterlassen hat.

Die Holzboote sind sanierungsbedürftig. Bei der Sitzung des Kulturausschusses warb Kulturreferent Wolfgang Dersch eindringlich darum, Geld für die Instandsetzung zur Verfügung zu stellen. Mit einem ersten Erfolg: Das Gremium sprach sich dafür aus, 46 000 Euro für die Renovierung einzuplanen. Finanziert ist das Projekt damit noch nicht. Das Thema wird sicherlich bei den Haushaltsberatungen im Herbst noch einmal besprochen.

Von 30 Fahrten auf 309

"Wir wollten uns heute erst einmal grundsätzlich grünes Licht holen, damit wir mit den Planungen beginnen können", erklärte Dersch. Sollte der Stadtrat dem Ansinnen folgen, könne die erste Plätte wohl im Frühjahr 2016 saniert werden, die zweite dann im Herbst. Die Kähne sind seit der Landesgartenschau 1996 im Einsatz. Gab es anfangs nur 30 Sonderfahrten zwischen Altstadt und Ausstellungsgelände, belief sich die Zahl der Touren im vergangenen Jahr auf 309 mit einer Teilnehmerzahl von 11 611 Personen. "Die Plättenfahrten sind aus touristischer Sicht nicht mehr wegzudenken", resümierte Dersch.

Stark gelitten haben auch die Benzin-Motoren, die die Boote antreiben. Eigentlich wollte die Stadt auf Elektrotechnik umsteigen, jedoch seien in diesem Segment keine geeigneten Geräte aufzutreiben, berichtete Dersch. Nun schwebt den Plätten-Kapitänen vor, von den alten Honda- auf effizientere Suzukimotoren umzusteigen. Dafür würden noch einmal rund 8000 Euro anfallen. Der Kulturausschuss gab auch dafür eine Empfehlung ab.

Ein eigenes Bootshaus

Etwas schwieriger dürfte der angestrebte Bau eines Bootshauses durchzusetzen sein. Bisher überwintern die Plätten auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) an der Drahthammerkreuzung. Die Kähne müssen im Herbst aufwendig verladen und abtransportiert werden. Im Sommer liegen sie auf der Vils unter der Périgueux-Brücke. "Wir hätten gerne eine Gesamtlösung für das Einstellen der Plätten, das Lagern der Materialien - vielleicht auch einen Aufenthaltsraum und eine Toilette für die Plättenfahrer", sagte Dersch.

Eine Kostenschätzung sei noch nicht erfolgt, der Standort auch noch nicht gefunden. Oberbürgermeister Michael Cerny plädierte für eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung. Diese zu erstellen befürwortete der Kulturausschuss. (Angemerkt)
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