Nachbar Schmid bietet wohl mit

Nur ein übergreifendes Konzept mit dem Forum kann Erfolg haben.

Das Bürgerspital-Areal steht europaweit zum Verkauf. Das klingt nach Interessenten aus Portugal, Schweden oder anderen Ländern ohne großen Amberg-Bezug. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass sich ein Käufer aus der Stadt findet. Einer hat grundsätzliches Interesse. Sehr großes sogar.

Amberg. (tk) Niemand ist näher dran am Areal, auf dem bis Oktober 2011 Senioren betreut wurden, als Dr. Ulrich Schmid. Rein räumlich. Seit Ende des Vorjahres gehört ihm das Haus Bahnhofstraße 3, den Ambergern besser bekannt als Eckert-Bau. Ersten möglichen Nutzern hat der 69-Jährige eigenen Aussagen zufolge bereits abgesagt, weil er ihnen nicht sicher mitteilen konnte, wie es in direkter Nachbarschaft auf den 4429 Quadratmetern weitergeht. Schon allein deswegen hat der Lintacher, der beispielsweise H & M oder zuletzt Jack & Jones nach Amberg brachte, ein Auge auf die Fläche geworfen.

"Noch Kostenfrage klären"

"Wir beschäftigen uns damit. Wir sind grundsätzlich interessiert", bestätigt Schmid auf Nachfrage und ergänzt, dass es jetzt noch zu früh sei, um konkretere Aussagen zu treffen: "Wir haben das erst frisch auf den Tisch bekommen und müssen noch die Kostenfrage klären. Es muss alles ein wirtschaftlich solides Fundament haben." Allein der Bau der von der Stadt vorgegebenen Tiefgarage könnte um die 2,5 Millionen Euro kosten.

Doch es ist nicht nur das Geld, das Schmid im Moment noch zweifeln lässt. Das Bürgerspital-Gelände werde auropaweit ausgeschrieben, "aber das Forum bleibt im Dunkeln". Derzeit würden Interessenten für das ehemalige Seniorenheim-Areal abwarten, was aus dem alten Kaufhaus wird - und umgekehrt. Schmid hält das für keine gute Entwicklung und wird deutlich: "Man muss mit beiden gleichzeitig in die Vermarktung." Das sei nicht der Fall. Den Schritt, genau jetzt die 4429 Quadratmeter anzubieten, hält Schmid dennoch für richtig: "Amberg hat keine Zeit mehr, zu warten." Die Entscheidungsträger im Rathaus sollten aber nicht nur den Bau im Fokus haben: "Der ist nachrangig. Erst kommt der Nutzer." Schmid geht davon aus, dass ein Investor den Zuschlag erhalten könnte, der mit einem reinen Architekten-Konzept seinen Hut in den Ring wirft. Normalerweise seien in diesen Plänen natürlich Nutzungsvorschläge wie Wohnen, Handel oder Dienstleistung enthalten, aber keine konkreten Vorschläge von Einzelhändlern oder Filialisten: "Da finden sie keine Namen." Doch die wären eigentlich Voraussetzung.

Dauerthema Parkplätze

Wer in Amberg einen Laden eröffnen möchte, poche zudem auf Parkplätze. Schmid nimmt kein Blatt vor den Mund: "Mit Wohnungen locken Sie niemanden aus dem Umland in die Stadt. Davon profitiert nur der Bauträger." Und während er so über sein Lieblingsthema Erreichbarkeit der Läden spricht, kommt Schmid eine Idee, die so bisher noch nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Die Innenstadt-Bewohner, die ihre Autos in der vom Stadtrat beschlossenen Quartiersgarage an der Bahnhofstraße abstellen sollen, könnten das auch in der Tiefgarage am Ziegeltor: "Da haben wir eine Etage frei."

Die Stellplätze, die auch in einer Hochgarage entstehen könnten, haben für Schmid Priorität: "Wir müssen in der Altstadt mehr leicht zu erreichende Parkplätze generieren." Auch mit Blick auf den Dauerleerstand Forum. An dieser Stelle des Gesprächs ist Schmid am Ausgangspunkt seiner Überlegungen, die aus einem grundsätzlichen Ja noch kein definitives machen: "Nur ein übergreifendes Konzept mit dem Forum kann Erfolg haben."
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