Nachts bei Neumühle auf Autofahrer eingeprügelt - 29-Jähriger stand unter Bewährung
Rabiater Anhalter muss ins Gefängnis

Er wollte als Anhalter mitgenommen werden. Als ihm das nicht gelang, wurde ein 29-Jähriger nachts auf der Straße rabiat. Er warf einen harten Brocken gegen das Auto, dessen Fahrer ihm keine Taxi-Dienste leistete und schlug den Mann (38) gleich darauf nieder. Dafür muss er jetzt fünf Monate ins Gefängnis.

Sie hatten in einer am Amberger Stadtrand liegenden Schrebergartensiedlung mit viel Bier Geburtstag gefeiert. Weit nach Mitternacht brach ein 29-Jähriger heuer im Juli auf, um zu Fuß seinen in Richtung Gebenbach liegenden Wohnort zu erreichen. Gegen 3 Uhr war der Mann auf einer Straße zwischen Neumühle und Traßlberg unterwegs. Und dort geschah, worauf er hoffte: Es nahte ein Auto. Der Fußgänger fuchtelte mit den Händen, wollte mitgenommen werden.

Hiebe an den Kopf

Anfangs sah es gut aus für ihn: Der Fahrer, unterwegs nach Sulzbach-Rosenberg, stoppte. Er ließ das Seitenfenster herunter und erkundigte sich, ob er helfen könne. Hilfe? "Nimm mich mit", wünschte der 29-Jährige und bekam eine Abfuhr. Denn das wollte sein Gesprächspartner nicht. Er fuhr weiter. Was dann passierte, war heftig. Der 29-Jährige bückte sich, hob einen harten Brocken auf und warf ihn gegen den Wagen. Der Fahrer hörte den Einschlag, stoppte erneut und stieg aus. Sekunden später bekam der Mann Hiebe an den Kopf. Er wehrte sich, wurde in ein Gerangel verwickelt und landete samt seinem Widersacher im Wassergraben neben der Straße.

Beide trieften vor Nässe, waren von oben bis unten voller Schmutz. Das Opfer flüchtete in seinen Pkw, brauste davon, sprach nicht lange darauf bei der Sulzbach-Rosenberger Polizei vor und schilderte die Begebenheit. Als nun der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt wurde, tischte der 29-Jährige eine eher abenteuerliche Geschichte auf. Da sei doch, hörte Richterin Julia Taubmann, plötzlich ein Wagen gekommen, "dessen Fahrer ausgestiegen ist und mich angegriffen hat." Das wunderte die Vorsitzende. "Einfach so?", fragte die Juristin und gab die Antwort gleich selbst: "Das glaubt doch keiner."

Julia Taubmann und der Angeklagte kannten sich. Drei Tage zuvor hatte die Richterin dem 29-Jährigen wegen Fahrens ohne Führerschein eine Bewährungsstrafe gegeben. "Und dann das", resümierte sie und schickte den Schläger, der als gewalttätig amtsbekannt war, für fünf Monate hinter Gitter. Damit entsprach die Vorsitzende dem Strafantrag von Staatsanwältin Dr. Barbara Tutsch. "Sie standen unter Bewährung und sind unbelehrbar", befand Tutsch in ihrem Plädoyer.
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