Naturwaldreservat

Ein Naturwaldreservat ist so etwas wie ein Mini-Nationalpark. Die Fläche wird nicht mehr genutzt, so dass sie sich wieder dem einstmals natürlichen Zustand annähert. Das heißt vor allem: Absterbende Bäume bleiben stehen, umgefallene Bäume bleiben liegen. Das bietet sonst seltene Lebensräume für Vögel, Insekten und Pilze.

Die Forstwissenschaftler können dort untersuchen, wie sich ein Wald entwickelt, in den der Mensch nicht mehr eingreift. Da kommt dann raus, wie wichtig Totholz für das Ökosystem Wald ist. Dass zum Beispiel mehr als ein Fünftel aller im Wald lebenden Tierarten in Mitteleuropa ohne totes Holz nicht überleben kann. Denn es ist Lebensraum für rund 1300 Käferarten und 2500 Pilzarten. "Damit sind mehr als 50 Prozent aller in Deutschlands Wäldern vorkommenden Pilzarten und mehr als 25 Prozent aller Käferarten unmittelbar abhängig von Totholz. Ebenso ein Drittel aller Waldvogelarten, so zum Beispiel auch die sieben heimischen Spechtarten", heißt es in einer Studie.

Das Naturwaldreservat Mannsberg im FFH-Gebiet Wellucker Wald zwischen Auerbach und Königstein existiert seit 1994. Die dortige Waldgesellschaft ist die im Jura typische und dominierende: ein Waldgersten-Buchen-Wald mit etwas Schluchtwald.

In Bayern gibt es 159 Naturwaldreservate auf mehr als 7000 Quadratkilometern. Die ersten wurden 1978 eingerichtet. (ll)
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