Nervenaufreibendes Ende

Mit dem letzten Wurf hat Christian Strasser die große Chance zum Siegtor. Der Ball rutscht dem gegnerischen Schlussmann durch die Beine und kullert langsam der Linie entgegen.

Zu langsam: Der Torhüter kann den Ball noch rechtzeitig abfangen - es bleibt beim Unentschieden, das den Gästen wesentlich mehr hilft. Die Enttäuschung stand den Spielern der HG Amberg ins Gesicht geschrieben: Beim 36:36 (17:15) am Samstag gegen die HG Hemau/Beratzhausen erzielten sie jede Menge Tore, aber eben eines zu wenig. Amberg bleibt Schlusslicht der Handball-Bezirksoberliga und benötigt in den verbleibenden beiden Partien nicht nur Punkte, sondern muss auch auf Patzer der Mitkonkurrenten hoffen.

Nach schlechtem Beginn (0:3, 3:6) fand die Mannschaft von HG-Trainer Roland Schmid besser in die Partie: Gestützt auf einige Paraden von Torhüter Martin Feldbauer gelangen fünf Treffer in Serie und eine 13:9-Führung. Einige unnötige Ballverluste, die diese torreiche Partie genauso prägten wie kaum vorhandene Abwehrreihen, brachten die Gäste wieder zurück ins Spiel.

Ständig in Unterzahl

Dass die Deckung keine Sicherheit gewann, lag auch an den ständigen Unterzahlsituationen: Die Rothenburger Unparteiischen schickten in einer trotz der großen Brisanz sehr fair geführten Partie reihenweise Spieler für Allerweltfouls vom Feld. Unrühmlicher Höhepunkt war eine Rote Karte für Bastian Schaller kurz vor der Pause, der bei einem Konter seinen Gegenspieler nur begleitet hatte. Damit wurden die Gastgeber einer ihrer gefährlichsten Offensivkräfte beraubt. Doch auch Hemau/Beratzhausen machte gerade in Überzahl genügend Fehler und erlaubte den dezimierten Hausherren zwei Tore zur 17:15-Pausenführung.

Auch nach dem Seitenwechsel lieferten sich die beiden Abstiegskandidaten ein Wettschießen. Die Angreifer hatten sehr viel Platz, da die Schiedsrichter ständig die Reihen lichteten. Auf Hemauer Seite erhielt der Ex-Amberger "Paule" Böduel in der 44. Minute die dritte Zeitstrafe und konnte damit auf der Tribüne mit den ehemaligen Mitspielern Daniel Wagner und Tobias Streber plaudern, die wenig später mit den Disqualifikationen drei und vier in dieser Partie das gleiche Schicksal ereilte. In der Offensive überzeugten beide Teams jedoch und trafen auch in Unterzahl sehr häufig.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Dadurch blieb die Partie eng und die Spannung war für die Spieler und die Zuschauer beider Lager nervlich kaum zu ertragen. Die Schlussminute passte dann zu diesem Thriller wie die Faust aufs Auge: Tobias Hirsch hatte gerade zum 36:36 ausgeglichen, als ein Hemauer Angreifer frei am Amberger Kreis zum Wurf kam und verzog. Im Gegenzug hatte Christian Strasser, mit acht Treffern gefährlichster Amberger Werfer, die Chance zum Siegtreffer, doch sein Ball "verhungerte" auf dem Weg zum Tor.

Nach dem spielfreien Osterwochenende wird sich am vorletzten Spieltag in Herzogenaurach entscheiden, ob die Amberger noch Chancen auf den Klassenerhalt haben.

HG Amberg:Tor: Feldbauer, Beyer. Feld: Rohrbach (10/4), Strasser (8), Hirsch (7), Kührlings (5), B. Schaller, Streber (je 2), Wagner, Gschrei (je 1), Ringeisen, Andersch, Sammet.
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